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Gedenkfeier zum 9. November am Synagogenmahnmal in Göttingen

Gefeiert, ausgestoßen, verhöhnt Gedenkfeier zum 9. November am Synagogenmahnmal in Göttingen

Zur Erinnerung an die Pogromnacht des Jahres 1938 haben die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Stadt Göttingen am Mahnmal am Platz der Synagoge am Abend des 9. Novembers eine Gedenkstunde veranstaltet.

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Mehrere Hundert Menschen nehmen am Mahnmal der Synagoge in Göttingen an der Gedenkfeier zum 9. November teil.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das Besondere in diesem Jahr: Mitglieder des Fandachvereins Supporters Crew 05 stellten das Schicksal von Ludolf Katz, einem Juden in Schwarz-Gelb, vor. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) nannte zuvor die Reichspogromnacht „eine Schande für unsere Stadt“.

Ein Jahr lang ergründete die Supporters Crew 05 die Geschichte der jüdischen Vereinsmitglieder im Fußballverein 1. SC Göttingen 05. Die fünf Fußballer, zu denen Katz gehörte, haben bis 1933 mit dem Verein sportliche Erfolge gefeiert und sich mit ihm identifiziert. Dennoch wurde ihnen bis heute jegliche Ehre verwehrt.

„Und plötzlich waren wir Feinde“

Am Sonntagabend wurde an die Juden im deutschen Fußball, darunter zum Beispiel Kurt Landauer, Mitbegründer des 1. FC Bayern München, gedacht. Im Mittelpunkt stand das jüdische 05-Vereinsmitglied Ludolf Katz. Erst wurden die sportlichen Erfolge der jüdischen Fußballer gefeiert, dann verstieß man sie aus den Vereinen, und am Ende wurden sie schikaniert und verhöhnt.

Auch Ludolf Katz. Er verließ 1938 Göttingen und Deutschland mit dem Schiff nach Amerika. Das Schicksal seiner Eltern, die im Frühjahr 1942 ins Warschauer Ghetto deportiert wurden, blieb ihm erspart. Im Anschluss an die Gedenkfeier wurde der Dokumentarfilm über die Göttinger Familie Katz, „Und plötzlich waren wir Feinde“, gezeigt.

Gedenkfeiern zum 9. November in Göttingen und Dransfeld. © Hinzmann

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