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Gedenkstunde zum Volkstrauertag in Göttingen

„Menschgemachte Hölle“ Gedenkstunde zum Volkstrauertag in Göttingen

„Dornige Wildnis umgürtet die Stadt. Von blutenden Stufen jagt der Mond die erschrockenen Frauen. Wilde Wölfe brachen durchs Tor.“ Mit dem Gedicht „Im Osten“ des deutschen Dichters Georg Trakl hat Andrew North, Verwaltungsdirektor der Göttinger Partnerstadt Cheltenham, am Sonntag seine Grußworte zum Volkstrauertag im Alten Rathaus beendet.

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Besucht am Volkstrauertag die Partnerstadt: Cheltenhams Verwaltungsdirektor Andrew North.

Quelle: Heller

Göttingen. Für North sind Trakls Schilderungen des Ersten Weltkrieges ebenso wie die der britischen Soldaten Siegfried Sassoon oder Wilfried Owen „die kraftvollste Kunstform“, um heute eine Ahnung von der „menschgemachten Hölle“ aus Dreck, Stacheldraht, Giftgas und ihrer Tötungsmaschinerie des Erster Weltkrieges zu bekommen. Mit dem vor 100 Jahren beginnenden Krieg sei in England die Glorifizierung der Kolonialkriege dem „realistischen Verständnis für Kriegsschrecken“ gewichen. Das Ausmaß an Tod und Verletzungen habe daran entscheidenden Anteil.

North und seine Frau Sheila waren mit Ratsmitglied Garth Barnes, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees, und Annette Wight, Partnerschaftsbeauftragte, als Abordnung der Göttinger Partnerstadt Gäste der Göttinger Gedenkstunde zum Volkstrauertag, an dem in Deutschland der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht wird.

Zuvor hatte Göttingens Oberbürgermeister Rolf Georg Köhler (SPD) gemahnt, den heutigen Frieden zu verteidigen und zu schützen, denn der Krieg sei „nicht mehr weit weg“. Köhler erinnerte an Konflikte im „vorderen Orient“ und in der Ukraine. Auch Gerhard Schridde, Pastor in St. Johannis, erinnerte an die Schrecken des Ersten Weltkrieges.

Heute bräuchte es „eine generelle Ächtung des Krieges“. Während Kriege sich schnell entzünden, dauerten Friedensprozesse sehr lange. Die Flüchtlinge aus den heutigen Krisengebieten wie etwa Syrien „mahnen uns zu Friedenswillen und Barmherzigkeit“. Frieden impliziere Frieden mit den Schwächeren.

Im Anschluss an die Gedenkstunde gab es eine Totenehren mit Kranzniederlegung auf dem Stadtfriedhof.

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