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Gefahrgutunfall: Abtransport der Giftstoffe frühestens Anfang Februar

„Das Zeug muss weg“ Gefahrgutunfall: Abtransport der Giftstoffe frühestens Anfang Februar

Noch immer gibt es keinen festen Termin zum Abtransport der beim Gefahrgutunfall am 19. Dezember auf der A7 bei Göttingen beschädigten Giftfässer. Außerdem ist damit zu rechnen, dass für Vorbereitung, Bergung und Abtransport der beschädigten Fässer samt Gift mehr Zeit kalkuliert werden muss als bisher geplant.

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Der Gefahrgutunfall auf der A7 stellt die Behörden vor längerfristige Probleme.

Quelle: Hinzmann

Rosdorf/Dramfeld. Frühestens in den Zeugnisferien Anfang Februar könnten die provisorischen Lagercontainer geöffnet und die Giftstoffe in spezielle Transportcontainer umgelagert werden. Das kündigten die Gemeinde Rosdorf, der Landkreis Göttingen und die Müllbeseitigungs- und Recyclingfirma Remondis am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz an.

Derzeit lagern die Fässer in gesicherten Containern unter der Autobahnbrücke bei Dramfeld. Die Ferien oder eines der folgenden Wochenenden sollen genutzt werden, damit der Betrieb der Dramfelder Grundschule nicht beeinträchtigt wird. Die Schule ist nur knapp 500 Meter von der Lagerstätte entfernt.

Der Abtransport ziehe sich auch deshalb hin, weil an daran drei verschiedene Landesministerien und eine Vielzahl weiterer Behörden beteiligt werden müssten, so Kreisrätin Christel Wemheuer. Rosdorfs Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) versicherte erneut: „Vorrang hat die Sicherheit, nicht das Tempo.“

Abluftanlage wird installiert

Um jede Gefährdung für die Umgebung auszuschließen, werde unter der Brücke für die Umlagerung der Giftstoffe unter anderem eine Abluftanlage installiert, versicherte Remondis-Betriebsleiter Sebastian Book. Die Prozedur sei auch deshalb so zeitaufwendig, weil es an der Lagerstätte keinerlei Infrastruktur gebe.

Wasserversorgung, Toilettenhäuschen, Strom und die Verpackungsanlage für die Giftstoffe müssten erst her- und aufgestellt werden, sagte Reinhard Preuschoff, Sicherheitsfachkraft bei Remondis.

Die Feuerwehr sieht in dem jetzt verabredeten Ablauf keine brandschutztechnischen Probleme. Dennoch, so der Rosdorfer Gemeindebrandmeister Martin Willing, würden sich ausreichend Rettungs- und Bergungskräfte im Hintergrund bereithalten, um bei etwaigen, nicht vorhergesehenen Problemen umgehend eingreifen zu können.

Das Zeug muss weg, und zwar schnell

Auf Kritik an der Wahl der provisorischen Lagerstätte antwortete Willing, die Unfallstätte habe schnell geräumt werden müssen, ein Transport beispielsweise auf die Deponie bei Deiderode hätte umfangreiche bürokratische Prozeduren vorausgesetzt: „Unser Plan damals war: Das Zeug muss weg, und zwar schnell.“

Die Polizei teilte unterdessen mit, die Unfallursache sei weiterhin ungeklärt. Weder habe es technische Defekte am Lkw gegeben, noch habe der Fahrer gegen Lenk- und Ruhezeiten verstoßen noch habe er Alkohol getrunken. Der Mann sei bei dem Unfall zwar nur leicht verletzt worden, habe aber einen schweren Schock erlitten und noch nicht vernommen werden können, teilte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz mit.

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 7 bei Göttingen ist ein Autofahrer getötet worden. Mehrere weitere Unfallbeteiligte wurden schwer verletzt.

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Von Redakteur Matthias Heinzel

Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016