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Gefahrgutunfall bei Göttingen: Abtransport der Giftfässer in der Kritik

Nach Gefahrgutunfall auf der A 7 Gefahrgutunfall bei Göttingen: Abtransport der Giftfässer in der Kritik

Das Konzept der Spezialfirma zum Abtransport der beim Gefahrgutunfall am 19. Dezember geplatzten Giftfässer liegt dem Landkreis jetzt vor. Nach einer ersten Gesprächsrunde mit Vertretern der Gemeinde Rosdorf und Rettungskräften ist klar: Es gibt Kritik, Diskussions- und Nachbesserungsbedarf.

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Anlass für die sehr aufwendige Transportaktion: der Gefahrgutunfall am 18. Dezember auf der A 7 bei Groß Ellershausen.

Quelle: Meder

Göttingen/Rosdorf. Einer der Kritikpunkte: die langen Zeiträume. Nach Tageblatt-Informationen gibt es Unverständnis darüber, dass die Aktion erst in zwei, möglicherweise drei Wochen beginnen soll. Bis dahin muss der Lagerort aufwendig gesichert werden.

Auch die Dauer von Vorbereitung und Abtransport steht in der Kritik. Dafür hat die beauftragte Firma – ein bundesweit tätiges Spezialunternehmen – acht Tage angesetzt. Die Feuerwehr sieht zudem erhebliche Probleme beim Brandschutz.

Auf wenig Gegenliebe bei den Fachleuten vor Ort stieß zudem das Vorhaben der Spezialfirma, die provisorischen Behälter mit den in Sand und Beton eingelagerten Fässern am jetzigen Standort zu öffnen. Das nächste Dorf sei zu nah. Sinnvoller sei es, die Behälter ein paar Kilometer zur Mülldeponie zu fahren und dort unter leichter kontrollierbareren Bedingungen zu öffnen.

Dem wurde entgegengehalten, dass ein Unfall auf diesem Kurztransport große Gefahren berge, wobei sich auch die Frage der Verantwortlichkeit stelle. Auch der Idee des Landkreises, die provisorischen Behälter in einen großen Übersee-Container zu verstauen und so abzutransportieren, wurde eine Absage erteilt. Die Sicherheit einer Umladung vor Ort sei auch deswegen gewährleistet, weil die derzeitigen Container unter einem Dekontinimationszelt mit Abluftkontrolle geöffnet werden sollen.

Landkreis: Längere Dauer muss in Kauf genommen werden

Der Landkreis Göttingen will sich zu diesen Einzelheiten und möglichen Nachbesserungen nicht äußern. Es sei allerdings klar geworden, dass die Sicherheit beim Abtransport samt Vorbereitung dazu absoluten Vorrang habe, erklärte Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann auf Tageblatt-Anfrage. Im Klartext: Im Sinne der Sicherheit müsse in Kauf genommen werden, dass sich die Prozedur länger hinzieht als erwünscht. Dies auch deshalb, damit ein von manchen befürchteter erneuter Großeinsatz gar nicht erst notwendig werde.

Zum jetzt vorgelegten Konzept, erklärte Lottmann weiter, gebe es Nachfragen und Klärungsbedarf: „Das wird nicht so einfach hingenommen.“. Bis zum Beginn der Bergungsaktion solle die Lagerstätte an der Autobahn Tag und Nacht überwacht werden.

Das soll nach Tageblatt-Informationen sehr bald auch mit einer Videokamera geschehen. Für die Gemeinde Rosdorf, sagt deren Bürgermeister Sören Steinberg (SPD), sei „wichtig, dass die Zeitpläne eingehalten werden“ und „eher kürzer als länger angesetzt werden“. Mit regelmäßigen Luftmessungen während der Aktion müsse sichergestellt werden, dass die Bevölkerung nicht gefährdet werde. Heute soll es ein weiteres Gespräch über das Konzept geben.

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 7 bei Göttingen ist ein Autofahrer getötet worden. Mehrere weitere Unfallbeteiligte wurden schwer verletzt.

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Warten auf den Abtransport
Foto: Laut Landkreis sicher gelagert sind die Fässer unter der Autobahnbrücke bei Dramfeld.

Einen festen Termin zum Abtransport der beim Gefahrgutunfall am 19. Dezember auf der A 7 geplatzten Giftfässer gibt es immer noch nicht. Derzeit lagern die geplatzten Fässer in mit Sand und Beton gesicherten gefüllten Containern unter der Brücke der A 38 an der Straße zwischen Dramfeld und Mariengarten.

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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