Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Gefahrgutunfall bei Göttingen: Rattengift unter Erde und Beton

Äcker unbelastet Gefahrgutunfall bei Göttingen: Rattengift unter Erde und Beton

Das Gift, das bei dem Gefahrgutunfall am 18. Dezember auf der A7 zwischen Mengershausen und Groß Ellerhausen ausgetreten ist, lagert immer noch unweit der Unfallstelle. Es sei allerdings durch Beton und Erde unschädlich gemacht, teilt Ulrich Lottmann, Sprecher des Landkreises Göttingen, auf Tageblatt-Anfrage mit. Den genauen Standort will die Verwaltung aus Sicherheitsgründen nicht nennen.

Voriger Artikel
Nach 40 Jahren schließt das Blue Note in Göttingen
Nächster Artikel
Einbrecher stehlen Geld und Elektrogeräte in Northeim

Hochgiftig war der Inhalt der bei dem Unfall am 18. Dezember aufgerissenen Fässer.

Quelle: Hinzmann

Rosdorf/Groß Ellershausen. Insgesamt 80 Fässer mit Aluminiumphosphid hatte der verunglückte Gefahrguttransporter geladen.

Obwohl der Lastzug umstürzte und die Mittelleitplanke niederwalzte, platzten nur vier Fässer. Dennoch hatten die Bergungskräfte große Mühe bei der Sicherung der gefährlichen Chemikalie: Das Rattengift geriet immer wieder in Kontakt mit Wasser und dadurch in Brand.

Das setzte hochgiftige Wolken aus brennbarem Phosphorwasserstoff frei, die immer wieder fortwehten – bei dem am Unfalltag vorherrschenden Wind hauptsächlich in Richtung Nordnordost. Messungen während des Einsatzes im Umkreisvon mehr als 100 Metern an der Unfallstelle herum hätten laut Lottmann „zu keinem Zeitpunkt eine erhöhte Luftbelastung festgestellt“.

Mittlerweile seien auch die Felder in der Nähe der Unfallstelle untersucht worden, erklärte der Landkreis-Sprecher. Die Sachverständigen hätten keine Umweltbelastungen festgestellt, die Nutzung der Äcker sei unbedenklich.

Keine akute Vergiftung

Während die unbeschädigten 72 Fässer bereits von dem Transportunternehmen abgeholt worden seien, hätten die vier aufgerissenen Behälter nicht abtransportiert werden können, so Lottmann. Sie hätten besonders gesichert werden müssen. Zurzeit lagerten sie „in der Nähe der Autobahn unweit der Unfallstelle“ unter einer Abdeckung aus Beton und Erde.

Wegen der Giftigkeit von Aluminiumphosphid und Phosphorwasserstoff hatte es Anfragen einer Reihe von Einsatzkräften gegeben, die sich stundenlang in der unmittelbaren Umgebung der Unfallstelle aufgehalten hatten. Landkreis und Einsatzleitung schalteten daraufhin Experten und den ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes ein.

Danach können folgende Anzeichen auf die Inhalation von Phosphorwasserstoff hinweisen: Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall. Treten diese Symptome innerhalb von 48 Stunden nicht auf, seien keine gesundheitlichen Folgen zu erwarten. Langzeitschäden seien ebenfalls nicht zu befürchten.

Einige Feuerwehrleute hatten von sich aus bereits einen Arzt aufgesucht. Von gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei dem Landkreis nichts bekannt geworden, so Lottmann. Eine generelle Anordnung für eine ärztliche Untersuchung habe es nicht gegeben. Behandlungskosten übernehme die Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen. Auch diese hat bislang keine akute Vergiftung diagnostiziert.

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 7 bei Göttingen ist ein Autofahrer getötet worden. Mehrere weitere Unfallbeteiligte wurden schwer verletzt.

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Entwarnung nach Tests
Foto: Hochgiftig war der Inhalt der bei dem Unfall am 18. Dezember aufgerissenen Fässer.

Das Gift, das bei dem Gefahrgutunfall im Dezember auf der A7 zwischen Groß Ellershausen und Mengershausen ausgetreten ist, hat am Neujahrstag wieder für Aufregung gesorgt. Bei einer Routinekontrolle am vorübergehenden Lagerplatz der zerstörten Fässer hatten Polizisten am frühen Abend einen süßlichen Geruch wahrgenommen.

mehr
Von Redakteur Matthias Heinzel

Tanzende Schneeflocken im "Kauf Park"