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Expertinnen fordern bessere Versorgung

Geflüchtete Frauen Expertinnen fordern bessere Versorgung

Geflüchtete Frauen brauchen einen besseren Zugang zum deutschen Gesundheitssystem. Dafür machten sich Expertinnen bei der Fachtagung „Geflüchtete Mädchen und Frauen - Gesundheit, Versorgung, Perspektiven“ des niedersächsischen Netzwerkes „Frauen/Mädchen und Gesundheit“ stark.

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Göttingen. Dazu würden gut ausgebildete Dolmetscher an Kliniken ebenso gebraucht, wie Angebote, die es ermöglichen, dass die Frauen anonym, auch ohne Papiere, behandelt werden können, sagte die Hebamme Marina Weckend. Gemeinsam mit rund 100 Teilnehmern diskutierte sie am Dienstag in Göttingen. Das Ziel, so Weckend, müsse sein, bei geflüchteten Frauen so schnell wie mögliche die gleiche Qualität bei der medizinischen Versorgung wie bei Nicht-Geflüchteten zu erreichen. Immerhin rund 30 Prozent der geflüchteten Menschen, die nach Deutschland kommen, seien Frauen, betonte Ursula Jeß vom niedersächsischen Sozialministerium. Viele von ihnen, erklärte die in Kooperation mit dem Frauenzentrum im Lager Friedland tätige Frauenärztin Barbara Ernst, hätten Sexualität „oft nur als Vergewaltigung“ erfahren haben. Für diese Mädchen und Frauen sei es oft schwer, darüber zu reden, sagte Karins Giese von der Frauenrechtsorganisation Medica Mondiale. Hier sei es wichtig, sowohl den Frauen Hilfestellungen zu geben als auch den haupt- und ehrenamtlichen Helfern „Hilfe, Unterstützung und Orientierung“ im Umgang mit traumatisierten Frauen zu geben. „Anstatt das Thema im Gespräch direkt anzusprechen, sei es häufig besser, das Thema zu umschreiben.“

Eine Grundversorgung der Frauen durch Gynäkologen und Hebammen sei in Erstaufnahmelagern oft nicht gegeben. Diese würden die Frauen erst nach einem Transfer bekommen, sagte Ernst von Pro Familia Göttingen. Häufig werde ihnen das Recht abgesprochen in Deutschland schwanger zu werden. „Sie haben aber das Recht, ihre Sexulität hier zu leben.“

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