Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Geflügelschauen verboten

Vogelgrippe Geflügelschauen verboten

Die Sorge vor der Vogelgrippe geht um. In ganz Hessen, in Teilen Thüringens und in weiten Teilen Niedersachsens gilt für Federvieh Stallpflicht. Südniedersachsen ist davon noch nicht betroffen, dennoch wirkt sich die Geflügelpest auch hier aus, denn Geflügelschauen sind vorerst verboten.

Voriger Artikel
Amirfallah stellt Buch vor
Nächster Artikel
Stadt will Kieselrotbelag auf Deponie entsorgen

Züchter und Ausstellungsleiter Reinhard Schaffner muss diesmal seine Tiere zuhause lassen: Gänse und Tauben dürfen nicht ausgestellt werden.Foto: Hinzmann

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Um eine potenzielle Verbreitung des hochpatogenen Erregers H5N8 einzudämmen, sind ab sofort auch alle Formen von Geflügelschauen bis auf weiteres untersagt“, so die klare Ansage im Kreis Kassel. Im thüringischen Eichsfeldkreis können nach Auskunft des Veterinäramtsleiters Uwe Semmelroth zwar noch Geflügelschauen stattfinden, allerdings unter strengen Auflagen, erklärt er. Unter anderem müssten die Tiere vor und nach der Schau tierärztlich untersucht werden. Im Landkreis Göttingen wurden hingegen vor einigen Tagen bereits Tierschauen mit Geflügel bis Ende Januar verboten. Ahnlich verhält es sich im Landkreis Northeim. Dort werden wie andernorts auch Hobbygeflügelhaltern „zusätzliche Biosicherheitsmaßnahmen“ empfohlen, wie sie auch für Geflügelhaltungen mit großen Beständen gelten.

In Südniedersachsen gilt zurzeit (Stand 23. November) noch kein Aufstallungsgebot.

Quelle: Laves

Mehrere Vereine hatten Glück, dass sie ihre Tierschauen bereits hatten, meint Sebastian Fabian, Vorsitzender des Kreisverbands Südhannover. Dem Verband gehören zwölf Vereine, darunter sechs reine Geflügelzuchtvereine zwischen Harz und Weser, Einbeck und Hann. Münden an. Vom Ausstellungsverbot betroffen war jedoch die am ersten Adventswochenende in Gieboldehausen geplante Geflügelschau des Duderstädter Vereins, zu der laut Fabian gut 400 Tiere angemeldet waren. „Für den Verein ist das bitter“, sagt er und schätzt, dass je nach Größe einer Schau, etwa „ein Tausender in den Sand gesetzt“ werden könne.

Es sei aber nicht nur das Materielle, so der Verbandsvorsitzende weiter. Vielmehr werde den Hobbyzüchtern die Möglichkeit der Bewertung ihrer Tiere genommen. Genau das findet auch Gisela Pesche, 16 Jahre alte Jungzüchterin des Kleintierzuchtvereins F145 Nörten-Hardenberg, schade. „Ich hätte meine Tiere gerne bewerten lassen“, sagt sie. Ihre großen Hühner der Rasse Maians schwarz-kupfer muss sie nun ebenso wie Ausstellungsleiter Reinhard Schaffner seine Landgänse in Blau und die Anatolischen Ringschläger-Tauben in der heimischen Volière lassen. Immerhin, der Nörtener Verein kann am Wochenende noch Kaninchen zeigen, da sich in den Reihen der Mitglieder nicht nur Geflügelzüchter befinden.

Schaffner sorgt sich um das Wohl seiner Tiere, allerdings weniger wegen des Vogelgrippe-Virus. Bei einer drohenden Stallpflicht hätten die Gänse dann zu wenig Platz und könnten sich gegenseitig attackieren, befürchtet er. Käme die Stallpflicht, sagt der Hobbygeflügelzüchter, „würde ich meine Gänse schlachten“.

Fell statt Federn
Die Kleintierschau des Kleintierzuchtvereins F145 Nörten-Hardenberg am Sonnabend und Sonntag, 26. und 27. November wird von den Hobbyzüchtern als „wohl wichtigster Termin des Jahres“ bezeichnet. Denn dann stehen die Bewertungen der Zuchterfolge an. Die Öffentlichkeit bekommt die Tiere am ersten Adventswochenende im Vereinsheim in Marienstein, Klosterweg 1, in Nörten-Hardenberg zu sehen. Diesmal darf wegen der Geflügelpest aber nur Fell statt Federn gezeigt werden. Dennoch kann der der Verein mehr als 100 Kaninchen präsentieren, wie der Vorsitzende Karl-Heinz Peschke mitteilt. Geöffnet ist die Kleintierschau am Sonnabend von 9.30 bis 17 Uhr und am Sonntag von 9.30 bis 15.30 Uhr.
Voriger Artikel
Nächster Artikel