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Gegen Verödung: Symposium zur Dorfentwicklung in Göttingen

„Alle kommen zu Wort“ Gegen Verödung: Symposium zur Dorfentwicklung in Göttingen

Strukturwandel in der Landwirtschaft, der demografische Wandel mit Geburtenrückgang und einer immer älter werdenden Gesellschaft und letztlich auch der Klimawandel – viele Dörfer stehen vor großen Herausforderungen. Die emotionale Bindung an Dorf und Dorfgemeinschaft ist immer noch hoch, meint der Landkreis – und hat im Göttinger IC-Hotel in den vergangenen Tagen ein Symposium unter dem Motto „Alle kommen zu Wort“ zum Thema Dorfentwicklung abgehalten.

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Göttingen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Dorfbewohner dabei unterstützt werden können, sich an den genannten Veränderungsprozessen konstruktiv zu beteiligen und damit helfen können, ihr Dorf am Leben zu erhalten. Die Antwort: mit Dorfmoderatoren. So gut wie jedem Dorf täte ein solcher Moderator gut, meinten viele der aus der gesamten Bundesrepublik angereisten Teilnehmer. Allerdings: Dorfmoderator zu werden und zu sein ist keine leichte Aufgabe. „Ausstrahlung, Standing, Selbstbewusstsein und Zeit zu haben“ seien unbedingte persönliche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Dorfmoderator, befand eine der Arbeitsgruppen um Swantje Eigner-Thiel von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK): „Studenten sind eher ungeeignet.“ Einfühlungsvermögen sei ebenso notwendig wie die Fähigkeit, Rückschläge einstecken zu können.

Ideal seien interne Lösungen mit einem Dorfmoderator aus dem Dorf selbst. Solche Menschen kennen die Dorfgeschichte und die Grundprobleme im Ort und seien zudem im Regelfall jederzeit ansprechbar. Externe Moderatoren seien nur geeignet „für Notfälle, wenn alles an die Wand gefahren ist“. Wichtig sei, die Arbeit der Moderatoren in den politischen Gremien, also in Orts- und Gemeinderäten zu verankern, hieß es in der Arbeitsgruppe von Regina Meyer, der Demografie-Beauftragten des Landkreises Göttingen.

In Südniedersachsen wird seit 2010 eine Form der Dorfmoderation erprobt. Diese Erfahrungen und die darin erarbeiteten Möglichkeiten, Selbstorganisationspotenziale der Dörfer zu entwickeln, wurden während des Symposiums ausführlich erörtert.

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