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Gemeinderat löst Ortsfeuerwehr Volkerode einstimmig auf

Einmaliger Vorgang in Südniedersachsen Gemeinderat löst Ortsfeuerwehr Volkerode einstimmig auf

Jetzt ist es amtlich: Der Rat der Gemeinde Rosdorf hat die Ortsfeuerwehr Volkerode aufgelöst. Bisher ein einzigartiger Fall in Südniedersachsen. Doch es dürfte nicht der letzte sein. Allein in der Gemeinde Rosdorf steht mit der Wehr in Dahlenrode eine zweite Ortsfeuerwehr vor dem Aus.

Der Beschluss des Gemeinderates war einstimmig – und letztlich auch nicht zu vermeiden. Denn an der Tatsache, dass es in Volkerode einfach zu wenig Freiwillige gibt, die sich in den Dienst der Feuerwehr stellen wollen, ist nicht zu rütteln. Und das ist bei weitem nicht das einzige Problem: Es gab Querelen um Posten, Führungsaufgaben und Übungen, die Jugendfeuerwehr gibt es ohnehin schon seit Jahren nicht mehr, und der Feuerwehrverein existiert nur mehr auf dem Papier. Kurzum: Die Lage ist ausweglos.

So sprach Gemeindebürgermeister Harald Grahovac (SPD) denn jetzt auch von einer „bitteren Pille“. Dabei hätten er, Gemeindebrandmeister Martin Willing und andere alles daran gesetzt, die Auflösung zu verhindern, sagte Grahovac. Zahlreiche Einzelgespräche habe es gegeben, allein drei Mitgliederversammlungen zu dem Thema seien anberaumt worden. Doch alle Bemühungen seien letztlich „leider gescheitert“. Man habe demnach keine andere Wahl, als die Ortsfeuerwehr Volkerode aufzulösen.

Die Ratsmitglieder reagierten traurig, enttäuscht und bisweilen sogar verbittert. Johannes Siemes (CDU) fand das „ziemlich bedauerlich“. Friedrich-Wilhelm Brandt von Lindau war „wirklich traurig, dass wir die erste Ortsfeuerwehr beerdigen müssen“. Dabei habe er schon seit längerem mit einer solchen Entwicklung gerechnet. Das liege einmal an den fehlenden Freiwilligen. Doch auch die vom Land geänderten Ausbildungsvorschriften trügen eine Mitschuld. „Die Jugendlichen brauchen jetzt zwei Jahre für ihre Ausbildung. Früher ging das in vier Wochen“, sagt Brandt von Lindau.

Bettina Briesemeister (Grüne) fand die Entwicklung ebenfalls „bedauerlich“. Und Dieter Fröchtenicht (SPD), Vorsitzender des Gemeindefeuerwehrverbandes Rosdorf, kündigte gar an, sich der Stimme zu enthalten. Immerhin sei die Auflösung „ein sehr einschneidender Punkt in das Gefüge der Feuerwehr“. Dennoch müsse man der Tatsache ins Auge blicken, dass immer weniger Feuerwehren die gleichen Aufgaben übernehmen müssten. Brandt von Lindau pflichtete ihm bei: „Volkerode wird kein Einzelfall bleiben.“

Tatsächlich steht mit der Ortsfeuerwehr Dahlenrode bereits die nächste Ortswehr in der Gemeinde Rosdorf vor der Auflösung. Das bestätigte Gemeindebrandmeister Willing gegenüber dem Tageblatt. Auch hier fehlt es an Nachwuchs. In einem Jahr soll voraussichtlich Schluss sein.

Trotz dieser Entwicklungen: Die Bürger in Volkerode und später auch in Dahlenrode müssen nicht befürchten, dass sie bei einem Feuer allein gelassen werden. So soll in Volkerode eine Löschgruppe gebildet werden, die der Ortswehr Mengershausen zugeordnet wird. Zusätzlich sollen in Gefahrenlagen die Ortsfeuerwehren von Sieboldshausen, Dramfeld und Mengershausen alarmiert werden. Der Brandschutz sei somit gewährleistet, heißt es seitens der Verwaltung – zumindest bis die nächste Ortswehr aufgelöst werden muss.

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Mitgliedermangel

Jetzt ist es amtlich: Nach Volkerode verliert mit Dahlenrode bereits die zweite Ortschaft der Gemeinde Rosdorf ihre Ortsfeuerwehr. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Rat in seiner jüngsten Sitzung. Hauptgrund für die Auflösung der Wehr ist Mitgliedermangel.

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Von Redakteur Andreas Fuhrmann

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