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Gerangel um Waaker Umgehung geht weiter

Ortsdurchfahrt Gerangel um Waaker Umgehung geht weiter

Noch ist offen, ob die Ortsumgehung Waake wie geplant gebaut werden kann. Kreispolitiker billigten am Montagabend mehrheitlich eine Vereinbarung mit dem Land, die alte Ortsdurchfahrt nach dem Umgehungsbau als Kreisstraße zu übernehmen.  

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Plan: Ortsdumgehung Waake

Die Haltung der Kreistagsfraktionen ist nach wie vor gegensätzlich. CDU und SPD stimmten im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss dafür, die Bundesstraße 27 innerhalb von Waake nach einem Umgehungsbau als Kreisstraße zu übernehmen. Die Grünen lehnen eine Umwidmung aus grundsätzlichen Erwägungen ab.  

Wieder einmal werde Natur und Landschaft durch ein riesiges Straßenbauprojekt zerstört, sagte Martin Worbes (Grüne). Individualverkehr zu fördern, sei die falsche Verkehrspolitik. „In spätestens 50 Jahren ist das Erdöl alle.“ Das Geld sei besser in Bildung und Energiesparen eingesetzt. Der angekündigte Spatenstich sei nur ein Wahlgeschenk der Großen Koalition vor der Bundestagswahl. 

Eine Umgehung bringe Entlastung und Belastung für einen Ort, sagte Rolf-Georg Köhler (SPD). Die Straße werde überwiegend akzeptiert, sei sein Eindruck. Die Situation im Ort sei derzeit unmöglich. Die Annahme, der demografische Wandel bedeute weniger Verkehr, sei falsch. Dienstleistungen müssten zu den Menschen gebracht werden. An der Trasse sei nicht mehr zu rütteln, so Josef Nolte (CDU).  

Die Bürgerinitiative gegen die Ortsumgehung setzt noch auf die Gerichte, um den Bau zu verhindern. Nach Scheitern ihrer Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg legte die Initiative mit Naturschutzverbänden Rechtsmittel gegen die Entscheidung ein - als Nichtzulassungsbeschwerde zur Vorbereitung der Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVG). Eine angeforderte Stellungnahme wurde im Mai beim Gericht abgegeben. Das BVG in Leipzig muss jetzt entscheiden, ob das laufende Verfahren aufschiebende Wirkung für einen Baubeginn hat. Die Initiative stellte nämlich auch einen Eilantrag gegen den vom Land angeordneten sofortigen Bauvollzug.

Ein unmittelbarer Baubeginn ist vorerst nicht zu erwarten, da der Bau der Umgehung noch nicht ausgeschrieben ist. Die Ausschreibung sei in Arbeit, sagte gestern der Leiter des Geschäftsbereiches Goslar der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Günter Hartkens. Die Behörde versuche, den Zeitplan einzuhalten. 

1600 Fahrzeuge am Tag

Eine Verkehrszählung des Landes kam 2005 auf 16700 Fahrzeuge am Tag in Waake. Ab 8000 Fahrzeuge werden Umgehungen für regional bedeutsame Ortsdurchfahrten vom Land als zweckmäßig angesehen. Der CDU-Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer hatte verkündet, dass der erste Spatenstich für die Umgehung noch vor der Bundestagswahl im September erfolgen solle. Geld aus dem Konjunkturpaket I ist verfügbar.  

Umgehung Waake

Die Ortsumgehung Waake soll auf einer Länge von 2,5 Kilometer zwischen Waake und Bösinghausen dreispurig um den Ortsteil herumführen. Im Bereich des Verbindungswegs nach Bösinghausen soll sie in einem 13 Meter tiefen Trog geführt werden. Das rund 13-Millionen Euro teure Projekt erfordert den Bau mehrerer Brücken. 1993 führte der Landkreis ein Raumordnungsverfahren durch. Seit Februar 2004 besteht ein Planfeststellungsbeschluss. Im November 2008 hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg Klagen von Umgehungsgegnern abgewiesen. Tageblatt-Leser hatten im November im Internet zu 49 Prozent für und zu 49 Prozent gegen das geplante Vorhaben votiert. 

Von Gerald Kräft

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