Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Gerd Nier (Linke) kritisiert Flüchtlingspolitik der Stadt Göttingen

„Konzeptionsloses Durchwursteln“ Gerd Nier (Linke) kritisiert Flüchtlingspolitik der Stadt Göttingen

Die Göttinger Linken kritisieren die Flüchtlingspolitik der Stadt. An dem „konzeptionslosen Durchwursteln“ bei der Flüchtlingsunterbringung trügen auch die örtlichen Verantwortlichen eine Mitschuld, sagte Gerd Nier von den Linken. Die Stadtverwaltung widerspricht vehement.

Voriger Artikel
Interkulturelles Zentrum Herzberg übernimmt Bibliothek
Nächster Artikel
Schwimmkurs gegen Mitarbeit für Flüchtlinge in Göttingen-Weende

Gerd Nier (Linke).

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Keiner, der in und für unsere Stadt tätig ist, kann so tun, als ob das Ansteigen der Flüchtlingszahlen völlig überraschend auf uns niedergegangen wäre“, erklärte Nier. Die Verantwortlichen der Göttinger Stadtverwaltung hätten „früher, realistischer und zielführender agieren können und Konzepte entwickeln müssen, die über das jetzige ausschließliche Reagieren hinausgehen“.

Von „Durchwursteln“ könne keine Rede sein, entgegnet Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Das Gegenteil sei „nachweislich“ der Fall: „Seit absehbar war, dass das dezentrale Unterbringungskonzept an seine Kapazitätsgrenzen stößt und größere oder große Gemeinschaftsunterkünfte unvermeidlich sind, haben wir rechtzeitig eine Standortliste erarbeitet, in der Ratspolitik zur Diskussion gestellt und anschließend mit der Umsetzung begonnen.“

So seien Unterkünfte zum Beispiel in der Breslauer Straße, in der Großen Breite oder in der Hennebergstraße entstanden. Andere entstünden derzeit auf den Zietenterrassen oder am Nonnenstieg, erklärte Johannson.  Das alles geschehe „planvoll und im Rahmen unseres Gesamtkonzeptes“, das im Augenblick vier Handlungsfelder habe:

  • Verfolgung des dezentralen Konzeptes nach wie vor so weit irgend möglich.
  • Schaffung von Gemeinschaftsunterkünften (Bauen oder Mieten und Umbauen)
  • Vorbereitung und Planung für mindestens 700 weitere Plätze im Jahr 2016.
  • Vorkehrungen für den Fall überraschend auftretender Notsituationen treffen.

Nier kritisiert zudem den geplanten Verkauf des ehemaligen Gebäudes der Voigtschule an das Goethe-Institut, das derzeit für die Unterbringung von rund 100 Flüchtlingen genutzt wird. Das Goethe-Institut wolle es 2016 übernehmen, sagte Nier, der sich in der Vergangenheit dafür stark gemacht hatte, dass Göttinger Kulturinitiativen das Gebäude nutzen können. „Glaubt man ernsthaft, dass bis dahin der Flüchtlingsstrom abgeebbt sein wird?“ Gleichzeitig investiere die Stadt auf den Zietenterrassen – „mit recht aufgrund der Notlage“ – mehrere Millionen Euro „in den Aufbau von Wohncontainern für Flüchtlinge“ für einen Zeitraum von fünf Jahren.

„Dort werden keine Container aufgestellt. Dort entstehen Gebäude in Modulbauweise“, entgegnet Johannson. Die Investition belaufe sich auf 4,5 Millionen Euro und sei keinesfalls angelegt auf fünf Jahre.  Die Gebäude stünden fünf Jahre auf den Terrassen, anschließend bis zu weitere 15 Jahre an einem anderen Standort. „Die Module können ohne Probleme abgebaut und auf einem anderen Grundstück wieder zusammengefügt werden. Nur so rechnet sich das auch“, so Johannson.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016