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Gerhard Steidl über Pläne für das Kunstquartier in Göttingen

Schätze der Welt nach Göttingen Gerhard Steidl über Pläne für das Kunstquartier in Göttingen

Die Vision für das Kunstquartier: Kunstschätze aus der ganzen Welt ausleihen, um sie in Göttingen zu zeigen. Das Göttinger Problem: „Es gibt keine guten, großen Ausstellungsflächen für zeitgenössische Kunst“, sagt Verleger Gerhard Steidl, der nach eigenen Angaben rund 50 Ausstellungen pro Jahr rund um den Globus organisiert.

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Der Ausstellungsmacher: Verleger Gerhard Steidl bereitet mit Architekturfotograf Robert Polidori eine Schau vor, die weltweit zu sehen sein wird.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Kein Museum verleihe seine Schätze, wenn nicht nachgewiesen ist, dass Luftfeuchtigkeit und Temperatur in den Ausstellungsräumen absolut konstant bleiben.

Der Neubau eines Galeriegebäudes im Kunstquartier, dessen Konzept Steidl bereits vor sechs Jahren gemeinsam mit dem damaligen Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) vorgestellt hatte, könnte das Problem lösen. Es wäre das Herzstück des Quartiers zwischen Düsterer und Nikolaistraße, für das die Stadt vom Bund Fördermittel in Höhe von 4,5 Millionen Euro bekommen soll.

1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf drei Ebenen soll in einem Zweckbau, Beispiel Berlinische Galerie, entstehen. Steidl stellt das Grundstück, die Stadt baut.

Mit den ersten Ausstellungen in der neuen Galerie müssten „Pflöcke“ eingeschlagen werden, um Göttingen auf die nationale und internationale Kultur-Landkarte zu setzen, sagt Steidl. Er nennt exemplarisch die „Weltklasse“ Fotografen Robert Polidori und Robert Frank, mit denen er bereits zusammenarbeitet, oder Robert Lebeck. Steidl glaubt, dass dieses Niveau auch später mühelos zu halten sei.

„Kunstquartier wird zum Publikumsmagneten“

Mit dem Günter Grass Archiv und zwei Galeriehäusern, alle in Steidls Besitz, gebe es im Kunstquartier drei weitere Ausstellungsorte, deren Programm das Haupthaus ergänzen sollen. So hätten etwa Universität oder das Städtische Museum „wunderbare Bestände“ – Handschriften, naturkundliche Zeichnungen, Fotografien – die sich anböten.

„Ich bin fest überzeugt, dass das Kunstquartier zum Publikumsmagneten wird“, sagt Steidl. Eine Attraktion, die „nennenswerten Kulturtourismus“ in die Stadt bringen werde. Unbedingt notwendig sei dabei ein gutes Marketing und eine Abstimmung auf die Documenta, Händel-Festspiel oder die Kunsthalle HGN.

Mittel rechtzeitig an das Kunstquartier binden

Dass das Göttinger Kunstquartier bei dem Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus die zweithöchste Fördersumme erhalte – nur Fürth bekommt für ein Ludwig-Erhard-Zentrum mehr –, zeigt für Steidl, die Wertschätzung und die Wertigkeit des Projektes. Doch die Zeit drängt, will die Stadt von den Zuschüssen profitieren: Die Fördermittel aus dem Programm müssen bis Mittwoch, 17. Dezember, abgerufen werden.

„Sonst verfallen sie“, sagt ein Sprecher des Bundesbauministeriums auf Anfrage. Mit einem Ratsbeschluss am heutigen Freitag wäre alles im Zeitplan und die Mittel wären rechtzeitig an das geplante Kunstquartier gebunden. Steidl hält die Chance, die sich jetzt für das Kunstquartier bietet, einmalig: „Die darf man nicht einfach verschenken.“

Das Kunstquartier ist Thema in der Ratssitzung am heutigen Freitag, 12. Dezember. Beginn im Ratssaal ist um 16 Uhr.
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