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Gericht in Shanghai ahndet tödlichen Angriff auf Göttinger

13 Jahre für Messerstiche Gericht in Shanghai ahndet tödlichen Angriff auf Göttinger

Mit langjährigen Haftstrafen hat in Shanghai ein chinesisches Strafgericht den Tod eines 34 Jahre alten Göttingers geahndet. Der Verurteilte aus der Provinz Shandong hatte am 13. Dezember vergangenen Jahres, am Abend vor dem Rückflug des Mitarbeiters der Sartorius AG in seine Heimat, den Göttinger mit einer Vielzahl von Messerstichen getötet.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Shanghai/Göttingen. Dabei war das Opfer noch vom Vater des Täters festgehalten und an der Flucht gehindert worden. Das mittlere Volksgericht Nummer 1 in Shanghai verhängte gegen den Haupttäter 13 Jahre Freiheitsentzug. Sein Vater muss wegen Beihilfe für vier Jahre ins Gefängnis.

Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Göttingen auf Tageblatt-Anfrage. Gegen beide Chinesen wurde nicht etwa wegen Mordes oder Totschlags, sondern lediglich wegen vorsätzlicher Körperverletzung, die den Tod zur Folge hatte (Paragraf 234.2 des chinesischen Strafgesetzbuches), verhandelt. Der Schuldspruch wurde gemildert, weil Vater und Sohn sich sofort nach der Tat den Behörden gestellt hätten.

Sie hatten laut Mitteilung der chinesischen Justizbehörden angegeben, den Tod des Göttingers nicht beabsichtigt zu haben, sondern hätten diesen lediglich einschüchtern wollen. Die nach Auffassung des Strafgerichts vorsätzlichen Messerstiche waren jedoch so zahlreich, dass das Opfer noch auf dem Weg in ein Krankenhaus starb.

Zum Motiv der Angreifer macht die Staatsanwaltschaft Göttingen keine Angaben. Es ist jedoch nach örtlichen Medienberichten von einer Eifersuchtstat auszugehen. Der Deutsche hatte sich zur Tatzeit mit einer chinesischen Mitarbeiterin, der Ehefrau des jetzt verurteilten Angreifers, in einem Restaurant im Stadtteil Pudong zu einem Abschiedsessen getroffen. Der eigens aus der Provinz angereiste Ehemann hatte den offenbar als Nebenbuhler angesehenen Deutschen gezielt überfallen.

Das bei der Staatsanwaltschaft Göttingen geführte Ermittlungsverfahren wegen des gewaltsamen Todes des 34-Jährigen wird nunmehr vorläufig eingestellt. Da es kein Auslieferungsabkommen mit China gibt und eine Verurteilung in China in Deutschland keine Strafklage verbraucht, bleibt das Ermittlungsverfahren theoretich offen, wird praktisch aber nicht weiter verfolgt.

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