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Gericht verhandelt über Freibad-Unfall

Abgerissener Finger im Freibad Brauweg Gericht verhandelt über Freibad-Unfall

Ein Unfall mit schweren Folgen im Freibad am Brauweg hat am Dienstag das Oberlandesgericht München beschäftigt. Die Göttinger Sport und Freizeit (GöSF) GmbH hatte den Tüv auf Schadensersatz verklagt, erreichte aber nur einen Vergleich.

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Göttingen/München. Im Jahr 2012 war ein neunjähriger Junge im Freibad Brauweg verunglückt, als er versuchte, die Treppe des Fünf-Meter-Sprungturms hochzusteigen. Der kleine Finger seiner linken Hand geriet dabei in einen spitz zulaufenden Spalt und riss ab.

7500 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld für abgerissenen Finger

Nach dem Unglück hatte die GöSF dem Opfer 7500 Euro an Schadenersatz und Schmerzensgeld zahlen müssen. Daraufhin verklagte die GöSF den TÜV Süd auf Schadenersatz. "Wir hatten den denkmalgeschützten Turm einige Zeit vorher durch den Tüv begutachten lassen mit der Bitte zu prüfen, wo es Unfallgefahren gibt", erklärt GöSF-Chef Alexander Frey. Nach seiner Auffassung hätte der TÜV die Gefahrenstelle bei dieser Überprüfung erkennen müssen. Daher hält die GöSF den Überwachungsverein für mitschuldig an der schweren Verletzung des Jungen.

Bereits 2006 hatte sich ein ähnlicher Unfall an derselben Stelle ereignet - allerdings mit weniger schwerwiegenden Folgen. Die GöSF ließ daraufhin eine Absicherung an dem Spalt anbringen. Zum Zeitpunkt des zweiten Unfalls war diese Absicherung jedoch nicht mehr vorhanden. Möglicherweise wurde sie bei Sanierungsarbeiten abgenommen und nicht wieder angebracht.

Das Oberlandesgericht München spricht der GöSF Mitschuld zu

Das Landgericht München hatte den TÜV in erster Instanz verpflichtet, der Schwimmbadbetreiberin die Hälfte des entstandenen Schadens zu ersetzen. Es sprach auch der GöSF als Badbetreiberin eine Mitschuld zu, da sie den Prüfer durch ihre Mitarbeiter auf die Gefahrenstelle hätte hinweisen müssen. Gegen das Urteil legte der TÜV Berufung ein.

Die Verhandlung am Dienstag vorr dem Oberlandesgericht München endete mit einem Vergleich. Die Prüforganisation zahlt demnach 3500 Euro. Das Gericht erklärte unter anderem, dass die GöSF den Tüv auf Unfälle aus der Vergangenheit hätte hinweisen müssen.

GöSF-Geschäftsführer Frey hat den fünf Jahre zurückliegenden Vorfall mit dem neunjährigen Jungen noch in schlimmer Erinnerung: „Das ist eine ganz tragische Geschichte, ein großes Unglück“, sagt Frey. „Uns tut das alles furchtbar leid. Wir haben alles daran gesetzt, dass so etwas nicht noch einmal passieren kann."

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