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Gertrud und Ernst Braunschweig feiern diamantene Hochzeit

„Es hat nicht sofort geklingelt“ Gertrud und Ernst Braunschweig feiern diamantene Hochzeit

Als er seiner zukünftigen Frau zum ersten Mal begegnete, hat Ernst Braunschweig nicht lange gezögert. Er sprach sie an und geleitete sie nach Hause. Das muss mächtig Eindruck hinterlassen haben: Noch heute lächelt Gertrud Braunschweig (78), wenn sie die Geschichte erzählt. Mittlerweile ist das Paar 60 Jahre verheiratet und feiert heute diamantene Hochzeit.

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60 Jahre verheiratet: Gertrud und Ernst Braunschweig aus Obernjesa.

Quelle: Hinzmann

In Göttingen, vor dem Haus ihrer Freundin, ereignete sich 1947 dieses zufällige, aber richtungsweisende Treffen. „Es hat nicht gleich geklingelt, aber wir haben uns danach öfter getroffen“, erinnert sich der heute 82-Jährige. Sie gingen ins Kino, zum Tanzen oder einfach spazieren. 1948 stellte er sie seinen Eltern vor – bei der Hochzeit seiner Schwester. Im Oktober 1949 folgte die Verlobung.

Die erste Zeit arbeitete Ernst Braunschweig, der Elektriker gelernt hatte, in einer Zeche in Geldern, und das junge Paar sah sich nur selten. „Das war ja eine böse Zeit damals“, sagt er. Erst Anfang 1950 fand er Arbeit in Göttingen und wurde Kraftfahrer bei einer Firma in der Jüdenstraße. Eben in dieser Straße, beim Schuhhaus Schön, hatte seine Frau eine Ausbildung zur Schuhverkäuferin gemacht.

In den folgenden Jahren kamen die drei Kinder der Braunschweigs zur Welt: zwei Jungen und ein Mädchen. Gertrud Braunschweig gab ihren Beruf auf und kümmerte sich um den Haushalt. Später, als die Kinder größer waren, trug sie das Tageblatt aus und arbeitete bei der Schlachterei Löb. Ihr Mann wechselte 1960 erneut den Arbeitsplatz und war für eine Tankstelle in der Karspüle als Tankwart tätig. 1970 ging er zu Karstadt, und dort blieb er bis zu seiner Verrentung im Jahr 1990. Zuletzt arbeitete er in der Warenannahme des großen Kaufhauses.

Nach Obernjesa zogen die Braunschweigs erst 1989. „Unser Sohn hat hier gebaut, und ich habe ihm gesagt, er soll für uns gleich eine Wohnung mitbauen“, erinnert sich Ernst Braunschweig. Jetzt wohnen sie mit ihrem Sohn unter einem Dach. Das sei schön, sagt die Mutter. Denn der Umzug aus Göttingen in das viel kleinere Obernjesa fiel dem Ehepaar anfangs nicht leicht. „Es ist schon einsam hier“, sagt Gertrud Braunschweig. Die Busverbindung sei schlecht. Zum Glück fahre er immer noch Auto, sagt ihr Mann. „Das braucht man auch.“ Klar, die Kinder würden sie auch fahren. Aber so sind sie unabhängiger und können zu den Treffen des Kutschvereins in Göttingen alleine gelangen.

Hier ist Ernst Braunschweig seit 1954 Mitglied und damit einer der langjährigsten Mitstreiter. Bis heute nimmt das Paar an den Treffen und Versammlungen teil. Früher machten sie auch noch alle zusammen Ausflüge. Und in den Urlaub fuhren die Braunschweigs für ihr Leben gern. Norwegen, Schottland, Österreich, Frankreich oder Schweiz – in Europa haben sie viel gesehen. „Besonders Norwegen war sehr schön“, sagt Gertrud Braunschweig. „Wir haben es genossen.“

Ihre Kinder genossen es hingegen, dass sich das Paar um ihren Nachwuchs kümmerte. „Wir haben alle vier Großkinder großgezogen, bis sie in die Schule gegangen sind“, sagt der 82-Jährige. Weil er eher in Rente ging als seine Frau, war er anfangs sogar fürs Wickeln der Enkel zuständig. Später dann gingen sie zusammen mit den Kindern spazieren, „jeden Morgen durch den Wald“. Darauf hätten die Kleinen bestanden, erinnert sich das Paar. Mittlerweile ist bereits die nächste Generation auf der Welt. Drei Urgroßkinder haben Gertrud und Ernst Braunschweig, das vierte ist schon unterwegs. Und auch um diese kümmern sie sich rührend. Wobei sich Kinder und Enkel natürlich auch großartig um sie und ihren Mann kümmern würden, sagt Gertrud. „Sie sind oft hier, und wir freuen uns, wenn sie uns besuchen.“

Zur Feier im Gemeindehaus wird natürlich die ganze Familie zusammenkommen. 60 Jahre, das sei schon ein lange Zeit, sagt Ernst. „Man muss eben Vertrauen haben und fest zusammenhalten.“ Mit dieser Devise hätten sie sich „gut durchs Leben geschlängelt“. Und der Wunsch für die Zukunft? „Gesund bleiben und viel mit den Kindern unternehmen“, sagt Ernst, da muss er genauso wenig zögern wie damals, als er seine Frau zum ersten Mal sah.

Von Andreas Fuhrmann

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