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Geschäftsreisen sind wichtig für Göttingen

Projektstudie Geschäftsreisen sind wichtig für Göttingen

Der Geschäftstourismus, zu dem auch Tagungen und Kongresse zählen, nimmt in Göttingen einen hohen Stellenwert ein. Das ist nicht neu. Immerhin zielt das touristische Marketing Göttinges längst zu einem wesentlichen Teil auf diese Klientel ab. Jetzt bestätigen erste Daten die besondere Relevanz des Geschäftstourismus.

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Mit 212 Zimmern und 44 Tagungsräumen das größte Göttinger Hotel: das Freizeit In.

Quelle: Peter Heller

Den Geschäftstourismus in Göttingen hat die Abteilung Humangeographie des Geographischen Institiuts der Uni Göttingen als Teil einer Projektstudie seit März 2008 untersucht. Erste Ergebnisse für die Unistadt an der Leine liegen inzwischen vor und wurden im neuesten Berichtsdienst des städtischen Fachdienstes für Statistik und Wahlen veröffentlicht. Der Vergleich mit verschiedenen weiteren deutschen Städten steht noch aus, da die Studie noch läuft.

Für die Untersuchung dienten Fragebogen, die im Mai und Juni vergangenen Jahres in Göttinger Hotels an die Gäste verteilt wurden, als Grundlage. 308 Personen gaben diesen ab – 82,8 Prozent davon Geschäftsreisende. Ein Großteil der Übernachtungsgäste, 45,7 Prozent, verweilte für eine Nacht, weitere 38,7 Prozent blieben für zwei Nächte. Auffällig: Im Gegensatz zu Privatreisenden blieben Geschäftstouristen mit durchschnittlich 2,28 Übernachtungen deutlich länger in der Stadt als Urlaubsreisende, Verwandten/Bekanntenbesucher oder Sonstige.

Wer dienstlich unterwegs ist, stellt besondere Anforderungen an seine Unterkunft. Neben den Basisqualitäten – Zimmer, Freundlichkeit der Mitarbeiter und Preis-Leistungs-Verhältnis – kommt es Geschäftsreisenden sehr viel stärker als Privatleuten auf Ausstattungsmerkmale wie EDV, Internetzugang, Aufenthalts- und Konferenzräume aber auch Wellnessbereich an. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hingegen auf Privatreisen deutlich wichtiger als auf Geschäftsreisen, da letztere ihre Unterkunft meist nicht selbst bezahlen.

Während auf Privatreisen 6,6 Prozent der Befragten unter 50 Euro pro Tag (inklusive Unterkunft) ausgaben, waren es nur 1,6 Prozent auf Geschäftsreisen. Aber 46,2 Prozent der Geschäftsreisenden gaben nach eigenen Schätzungen zwischen 100 und 150 Euro pro Tag aus (Privatleute 35,9 Prozent). Geschäftsreisende bekommen durchschnittlich 94,60 Euro pro Tag von ihrem Unternehmen als Spesen-Budget. Darüber hinaus werden aus eigener Tasche noch durchschnittlich 23,60 Euro ausgegeben. 

Die meisten der Geschäftsreisenden (41,8 Prozent) unternehmen mehr als 15 Dienstreisen pro Jahr. Auf die Wahl der Unterkunft in Göttingen hatte der Großteil von ihnen jedoch keinen Einfluss – in 59 Prozent der Fällen organisierte das Unternehmen die Unterkunft. 

Die Geschäftsreisenden, die in Göttinger Hotels übernachteten – mehr als 93 Prozent stammten aus Deutschland –, teilten sich wie folgt auf: 68,6 Prozent traditionelle Geschäftsreisen, 30,2 Prozent Kongress- oder Tagungsbesuche, 0,4 Prozent Messe- oder Ausstellungsbesuche und 0,8 Prozent sogenannte Incentive-Reisen (als Anreiz, Belohnung oder Motivation für Mitarbeiter).

Britta Eichner-Ramm

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