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Geschichtsverein Göttingen sorgt sich um Museum

100 Besucher bei Jahresempfang Geschichtsverein Göttingen sorgt sich um Museum

Beim Jahresempfang des Geschichtsvereins Göttingen hat sich der Vorsitzende Prof. Peter Aufgebauer vehement für die Erhaltung des Städtischen Museums als Gesamtensemble am jetzigen Standort ausgesprochen. Knapp 100 Besucher kamen zu dem erstmals ausgerichteten Empfang in das Gebäude am Ritterplan.

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Geschichtsverein spricht sich für den jetzigen Standort des Städtischen Museums aus.

Quelle: Heller

Göttingen. Unterstützung für das Museum scheine notwendig zu sein, so Aufgebauer, denn die Sanierung des Areals dauere schon rund sechs Jahre und sei noch nicht einmal zur Hälfte umgesetzt. Zudem sei die Diskussion um einen anderen Museumsstandort noch immer nicht beendet. Das gesamte Museumsensemble – Hardenberger Hof, Kapellenbau, Remise und Posthalterei – sei selbst eine hochrangige Quelle der Stadtgeschichte, betonte Aufgebauer. Das Ensemble liege zudem innerhalb des Walles und sei damit für Touristen gut zu erreichen.

Es entstehe der Eindruck, dass die Stadtverwaltung die Sanierung des Museums bewusst schleppend betreibe, sagte Aufgebauer. Wenn es im derzeitigen Tempo weitergehe, sei der Komplex auch in fünf Jahren noch nicht nutzbar. Vor der Sanierung seien im Schnitt jährlich durchschnittlich 20 000 Besucher ins Museum gekommen, darunter etwa 6500 Kinder: „Es wächst eine Generation von kleinen Göttingern heran, die ‚ihr‘ Museum nicht mehr kennen.“ Überlegungen der Stadtverwaltung, die Remise vielleicht anderweitig zu nutzen, erteilte Aufgebauer eine Absage. Es gebe in der Innenstadt keinen besseren Standort. Das bestätige das Museumskonzept der Agentur Ikon. Es rate auch dringend davon ab, die Sonderausstellungen räumlich von der Dauerausstellung zu trennen, wie dies teilweise überlegt werde.

Für die Stadtverwaltung betonte Kulturamtsleiter Hilmar Beck, Politik und Verwaltung hätten in den vergangenen Jahren – in finanziell schwierigen Zeiten – eine ganze Reihe von Entscheidungen für das Museum getroffen. Rund eine Million Euro sei für die Lagerung und Aufarbeitung von Sammlungsgegenständen ausgegeben worden, darüber hinaus seien jährlich 100 000 Euro für die dauerhafte Anmietung des Außendepots neu in den Haushalt eingestellt worden. Von den bisher drei Millionen Euro Sanierungskosten habe die Stadt 1,3 Millionen Euro selbst aufgebracht. Außerdem werde derzeit nur über eine mögliche andere Nutzung der Remise nachgedacht.

Auch Frank-Peter Arndt (SPD) wies auf die Entscheidungen für das Museum hin. Dennoch müsse es auch den Mut geben, neue Wege zu gehen und nicht nur „ins Beharrende zu denken“. Wilhelm Gerhardy (CDU) bemerkte, dass in Göttingen schwierige Entscheidungen über die Verteilung von Geld für kulturelle Projekte anstünden Eine Nutzung des Museums ohne die Remise – den Mittelteil des Ensembles – macht für Aufgebauer keinen Sinn. Dann müssten Exponate aus dem Verwaltungsteil über den Hof in das Ausstellungsgebäude getragen werden, so der Historiker. Der Geschichtsverein hat laut Aufgebauer derzeit 570 Mitglieder. Aufgrund der Diskussion um das Museum habe es im vergangenen Jahr einen starken Zulauf gegeben.

Geschichtsverein für die Region

Der Geschichtsverein für Göttingen und Umgebung sieht es als seine Aufgabe, Kenntnisse über die Geschichte Göttingens und seiner Umgebung durch Vorträge, Führungen, Studienfahrten und Veröffentlichungen zu vermitteln. Zu diesem Zweck legt der Verein jedes Jahr ein Veranstaltungsprogramm auf, das sich auch an Nicht-Mitglieder richtet. Die diesjährige Vortragsreihe (jeweils dienstags um 19.45 Uhr in Raum 004 im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben) beginnt am, 9. Februar. Dr. Daniel Althaus spricht – ausnahmsweise in Hörsaal 005 – über das Thema „Die Fabrik im Wald. Glas und Spiegel aus Amelith und Polier“. Dr. Otto Zander referiert am 23. Februar über „Otto von Bismarcks unruhige Studentenzeit in Göttingen und die Auswirkungen dieser Zeit auf die Stadt durch die Bismarcksche Politik ab 1866. Die Römerschlacht am Harzhorn ist am 8. März das Thema der Northeimer Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne. Über „Widerstand und Selbstbehauptung in Göttingen von 1933 bis 1945 – der Internationale Sozialistische Kampfbund“ spricht Dr. Rainer Driever am 22. März. Im weiteren Verlauf des Jahres sind Exkursionen und Führungen vorgesehen.

geschichtsverein-goettingen.de

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