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Geschichtsverein will Dauerausstellung über Carl von Hardenberg

Reformkanzler und Lebemann Geschichtsverein will Dauerausstellung über Carl von Hardenberg

Die Einrichtung eines Museums auf dem Gelände des Grafen Carl von Hardenberg plant der Verein für Geschichte und Denkmalpflege Nörten.

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So könnte es auch in Nörten aussehen: Bild aus der Ausstellung in Potsdam.

Quelle: EF

In der ehemaligen Kornbrennerei neben dem Atrium soll als Schwerpunkt des Museums eine Dauerausstellung über das Leben und Wirken des Staatskanzlers von Hardenberg installiert werden: Karl August von Hardenberg (1750-1822) gelte als einer der größten Reformer Deutschlands und habe einen Großteil seiner Kindheit in Nörten-Hardenberg verbracht, erklärt Bilian Proffen vom Geschichtsverein.

Die Ausstellung des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam in Kooperation mit der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloß Branitz ist vor einem Jahr unter der Dachmarke Kulturland Brandenburg 2009 im HBPG gezeigt worden.

Laut Einführung zu der Ausstellung stand Karl August von Hardenberg damit erstmalig im Mittelpunkt einer großen Ausstellung. „Drei Jahrzehnte lang, vom Beginn der Französischen Revolution 1789 bis zum Sieg der Reaktion 1819 mit dem Erlass der Karlsbader Beschlüsse, war Hardenberg die zentrale Persönlichkeit der preußischen Politik.

Er war nicht nur ein brillanter Staatsreformer und gewandter Diplomat, sondern galt seinen Zeitgenossen auch als verschwenderischer Lebemann und Liebling der Frauen. (...) Sein Leitbild des modernen Verfassungsstaats, entworfen noch zu Zeiten eines monarchisch geprägten Europas, nahm Entwicklungen der bürgerlichen Gesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts vorweg.“

Weil der preußische Ministerpräsident und Staatsreformer der Familie von Hardenberg entstammt, möchte der Verein für Geschichte und Denkmalpflege gemeinsam mit dem Gräflichen Landsitz Hardenberg die Ausstellung nach Nörten holen und bemüht sich nun um Unterstützung für das 300 000-Euro-Projekt. 2011, so stellt sich Proffen vor, soll das Museum eröffnet werden.

Eine Zusage für maximal 75 000 Euro habe der Verein bereits von der Kultur- und Denkmalstiftung bekommen. Der Familien-, Kultur- und Sportausschuss des Flecken Nörten-Hardenberg hat in dieser Woche einen Zuschuss von 20 000 Euro zur Unterstützung des Projekts empfohlen. Gern stelle der Gräfliche Landsitz den Raum für die Ausstellung, bestätigt die neue Leiterin des Gräflichen Landsitzes, Ina ten Doornkaat. Gerade gestern hat zwischen Landsitz und Verein ein Gespräch über die Umsetzung des Plans stattgefunden. Bilian Proffen sieht das Ganze realistisch. „Die Arbeit fängt jetzt erst an“, sagt er.

Von Ute Lawrenz

  Geschichtsverein
  Der Verein für Geschichte und Denkmalpflege Nörten wurde 1995 gegründet. Seither engagiert er sich für die Geschichte von Nörten-Hardenberg. Seit 2005 baut er das von der Realgemeinde vermietete Haus in der Langen Straße 38 zu einem ‚Heimathaus‘ um. Nachdem das Projekt schon öffentlich vorgestellt worden ist, soll das Heimathaus noch in diesem Jahr offiziell eröffnet werden. Mit der Unterstützung des Vereins wurde 2010 die erste Südniedersächsische Fachwerktagung mit der Eröffnung des Fachwerklehrpfades ausgerichtet.
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