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Gesundheitsmesse in der Göttinger Lokhalle will jüngere Menschen erreichen

Neues Konzept Gesundheitsmesse in der Göttinger Lokhalle will jüngere Menschen erreichen

Weniger Besucher als bei den Gesundheitsmessen der Vorjahre, aber dafür viele ernsthaft Interessierte. Dieses Fazit zogen Aussteller, die am Wochenende in der Lokhalle über ihre Angebote unter anderem im Bereich der medizinischen Versorgung und der Prävention informierten.

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Den Nerv getroffen: Nachwuchszahnmediziner mit Bohrer und Spaß am Stand der UMG.

Quelle: Heller

Göttingen. „Wir sind in diesem Jahr mit einem neuen Konzept gestartet“, sagt Projektleiterin Gaby Gesenberg. Auch die Generation 30plus und nicht nur Senioren wollten die Veranstalter erreichen. Im Foyer ging es daher um Sport und Fitness. Daniel von Trausnitz kochte live. Das Seniorenheim Luisenhof und der ASC kümmerten sich um die Kinderbetreuung.

In der 5400 Quadratmeter großen Haupthalle präsentierten sich dann die meisten der fast 100 Aussteller den rund 4800 Besuchern an beiden Messetagen. Mit dabei war Urologe Florian Pütsch am großen Stand der Universitätsmedizin Göttingen. Er blickte durch zwei Okulare. Seine Hände umfassten Griffe. So steuerte er den da-Vinci-Operationsroboter. Die Metallarme des Geräts werden durch die Haut hindurch minimalinvasiv ins Körperinnere geführt. Mit den Werkzeugen am Ende, die beweglich wie Hände sind, kann Pütsch operieren. „Wir entfernen so vor allem bei Krebs die Prostata“, erläutert der Arzt. Die Heilung dauere genauso lang wie bei konventioneller Technik, doch der Patient habe weniger Schmerzen. Und er sei bereits nach einem, statt nach drei, vier Tagen wieder mobil.

Ein paar Stände weiter erklärte der Neurologe und Psychiater Günter Knaak aus Hann. Münden, die Unterschiede zwischen beiden Disziplinen. Der Neurologe befasst sich mit organischen Schädigungen von Gehirn und Nervensystem, der Psychiater mit psychischen Störungen. „Vor allem, was wir Neurologen leisten, ist vielen nicht bewusst“, meinte Knaak. Rückenschmerzen zum Beispiel könnten mit geschädigten Nerven zu tun haben. Ein Orthopäde sei nicht in der Lage, das zu beurteilen. Bei Migräne verschaffe ein Neurologe Patienten meist Linderung, werde aber nur selten aufgesucht.

Scooter für Senioren, die nicht mehr Auto fahren können, aber trotzdem mobil bleiben möchten gab es bei Nüsse Orthopädie-Technik zu sehen. „So ein Elektro-Gefährt bringt es auf 15 Kilometer pro Stunde und hat eine Reichweite von 40 Kilometern“, erläuterte Inhaber Alexander Biebermann.

„Bei uns braucht niemand einen Partner mitbringen“, betonte Gesche Mützky vom Bundesverband Seniorentanz. Der Verband ist in Stadt und Landkreis mit fast 30 Tanzgruppen aktiv. „Wir machen viele Kreistänze“, erläutert Mützky. Der Sport halte beweglich, fördere die Koordinationsfähigkeit und stärke den Gleichgewichtssinn.

„Ein schlecht gestalteter Arbeitsplatz macht krank“, warnte Katharina Marczinski von der Firma Rühlig Bürosysteme, die in Göttingen eine Niederlassung hat. Die Physiotherapeutin besucht Firmen, um Arbeitspläze zu analysieren. Wer viel sitzt, sollte einen beweglichen Stuhl haben. Dokumentenhalter erleichterten das Erfassen von Texten. „So lässt sich der Krankenstand verringern“, sagte sie.

Von Michael Caspar

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