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Geteilte Meinungen zu Stolpersteinen in Göttingen

Auffälliger als Gedenktafeln Geteilte Meinungen zu Stolpersteinen in Göttingen

Seit diesem Monat sorgen an einigen Stellen im Göttinger Pflaster sogenannte Stolpersteine für Aufmerksamkeit. Zum Gedenken an deportierte Göttinger Juden wurden sie, wie auch schon in anderen deutschen Städten, vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer verlegt.

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Stolpersteine sollen an die deportierten Göttinger Juden erinnern.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Von manchen Seiten gab es Kritik an dieser Art des Erinnerns. Dass die Steine im Boden eingelassen sind und somit auf ihnen gelaufen wird, sorgte für Unmut. Andere lobten die Verlegung der Steine, weil so an die Tragödien der Vergangenheit erinnert werde. Doch wie stehen die Göttinger zu den neuen Gedenksteinen?

Astrid Bröker zählt sich eher zu den Kritikern. Die Studentin findet die Steine zu klein. „Und dass man darüber läuft, ist auch nicht so gut.“ Es solle besser etwas auf Sichthöhe auf die Opfer des Nationalsozialismus hinweisen, findet die 24-Jährige.

„Sehr gut“, urteilt hingegen Diedrich Möhlmann. Er komme zwar aus Berlin und sei nur zu Besuch in Göttingen, trotzdem hoffe er, dass sich diese Art des Gedenkens weiter verbreite. Kritik bezüglich der Größe kann er nicht nachvollziehen: „Die Steine fallen doch allein schon wegen der Farbe auf.“ Dem schließt sich auch Florian Knauf an. „Allein wegen der goldenen Farbe bleibe ich an den Steinen immer stehen.“ Er finde sie deutlich auffälliger als zum Beispiel Gedenktafeln. In der Tat bilden die Rechtecke aus Messing einen deutlichen Akzent zu den übrigen Steinen. 

„In Berlin gibt es super viele solcher Stolpersteine“, erzählt Julian Jaschke. „Generell ist es immer positiv, auch in kleinen Städten auf die in der Vergangenheit begangenen Verbrechen aufmerksam zu machen“, findet er. Waltraud Eisenträger-Tomcuk ist ebenfalls für die Steine. „Das ist eine Erinnerungskultur, an der man nicht vorbeigehen kann“, urteilt sie. Die Erinnerung an die Opfer sei wichtig und sie hoffe, dass noch viele Gemeinden nachzögen. Die Steine wurden  in Göttingen an der Weender Landstraße 12, der Groner Straße 9 und am Papendiek 26 verlegt.

Von Eva Kunkel und Finn Lieske

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