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Zwei Männer wegen Rassismus angeklagt

Gewalt gegen Farbige Zwei Männer wegen Rassismus angeklagt

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei 27 und 38 Jahre alte Männer aus Einbeck und Stadtoldendorf erhoben. Ihnen wird rassistisch motivierte Gewalt, gefährliche Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen. In einem Linienbus sollen sie einen Farbigen verprügelt haben.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Gleich zwei Anklagen gibt es. Sie beziehen sich beide auf Taten am 22. Februar dieses Jahres, als die beiden Männer alkoholisiert in der Stadt unterwegs waren. Die erste Anklage richtet sich nur gegen den Jüngeren. Er soll gegen 20 Uhr, so Andreas Buick, Sprecher der Anklagebehörde, hinter dem alten Rathaus einen dunkelhäutigen Göttinger angesprochen und nach Zigaretten und Alkohol gefragt haben. Als der verneinte, packte der 27-Jährige laut Anklage den Mann am Kragen. Dieser riss sich los und lief Richtung Gänseliesel davon. Dort holte ihn der Einbecker ein und schlug ihm die Faust gegen den Kopf, heißt es in der Anklageschrift.

In der zweiten Anklage zum Amtsgericht werden beide Männer beschuldigt. Sie sollen unmittelbar nach dem Vorfall am Gänseliesel in der Jüdenstraße einen Bus der Linie 61 bestiegen haben, in dem in den hinteren Reihen ebenfalls ein dunkelhäutiger Mann saß. Diesen sollen sie mit den Worten "Dreckschwein" und "Scheißneger" beleidigt und ihn aufgefordert haben, den Bus zu verlassen: "Du musst raus hier!" Als der Farbige in Richtung Busfahrer zu fliehen versuchte, habe ihn der 38-Jährige mit der Faust gegen die Schläfe geschlagen. Noch im fahrenden Bus in der Jüdenstraße verprügelten die Männer den Unschuldigen, schlugen, traten und zogen ihn an den Haaren. Erst in der Weender Straße gelang es einem Passanten, in den nun haltenden Bus zu steigen und die Täter zu überreden, von ihm abzulassen. Die Polizei sei unmittelbar danach eingetroffen. Wegen der Tritte mit Schuhen ist auch gefährliche Körperverletzung angeklagt. Der jüngere Angeklagte, so Buick, sei einschlägig vorbestraft. Hinweise auf politische Motive der früheren Taten lägen aber nicht vor.

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