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Schwere Vorwürfe gegen Polizei

Gewaltausbruch Schwere Vorwürfe gegen Polizei

Im Nachgang zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen am Albaniplatz am Sonnabendnachmittag erheben mehrere Organisationen und Parteien zum Teil schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Sie äußern Unverständnis, wie es trotz großer Polizeipräsenz zu der Eskalation habe kommen können.

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Einsatz der Göttinger Polizei an der Stadthalle am Sonnabendnachmittag.

Quelle: aib

Göttingen. So heißt es in einer Pressemitteilung der Piratenpartei Göttingen, alkoholisierte und bewaffnete Rechtsradikale seien unter ständiger Begleitung der Polizei nach Göttingen gekommen und hätten dort den Kreistagsabgeordneeten Meinhart Ramaswamy an seiner Privatadresse bedrohen können. Eckhard Fascher, Sprecher der Gruppe Linke/Piraten/Die Partei im Kreistag: „Der Angriff auf Familie Ramaswamy ist ein Angriff auf uns alle.“

Polizeisprecherin Jasmin Kaatz bestätigte am Montag, dass das Fahrzeug mit Anghörigen des „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ nach der Demonstration in Duderstadt polizeilich begleitet worden sei. Allerdings nur bis Diemarden. Danach habe es keine rechtliche Grundlage für weiterführende Maßnahmen gegeben. Von dort fuhr die Gruppe jedoch offensichtlich direkt nach Göttingen.

Die Antifaschistische Linke International (A.L.I.) hatte bereits am Sonntag behauptet, die bewaffnete Auseinandersetzung hätte unter den Augen der Polizei stattgefunden, und diese sei erst aktiv geworden, als eine größere Zahl von Mitgliedern der linken Szene am Ort des Geschehens aufgetaucht sei. „Diese Behauptungen sind nach unseren bisherigen Ermittlungen falsch“, sagte Kaatz. Man habe erst durch einen Notruf vom Auftauchen der „Freundeskreis“-Mitglieder an der Stadthalle erfahren und umgehend alle verfügbaren Einsatzkräfte dort zusammengezogen. Diese hätten vor Ort alles getan, um die beiden Gruppen zu trennen und eine Schlägerei zu verhindern.

Die Polizei betonte nach dem Einsatz, dass die Gewaltbereitschaft auf beiden Seiten offensichtlich zugenommen habe. Gegen sieben Beteiligte aus beiden Lagern wurden Ermittlungsverfahren wegen zum Teil gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs eingeleitet. Über weitere Details zu den Ereignissen machten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen am Montag keine Angaben.

Die Ratsfraktion der Göttinger Linken forderte eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle und des Verhaltens der Polizei. Auch die Grüne Jugend forderte die Polizei auf, konsequenter gegen neonazistische Provokation vorzugehen: „Wenn bewaffnete Nazis nach Göttingen kommen, dann sind sie Täter, nicht Opfer.“

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Eine Schlägerei zwischen Mitgliedern der rechten und der linken Szene hat einen bis dahin friedlichen Demonstrationstag am Sonnabend überschattet. Der rechte „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ (FKTN) hatte Kundgebungen in Göttingen und Duderstadt angemeldet.

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