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„Gewinnübergabe“ entpuppt sich als Verkaufsfahrt

Kaffeefahrt „Gewinnübergabe“ entpuppt sich als Verkaufsfahrt

Die Vermutung der Göttinger Verbraucherzentrale hat sich bestätigt: Eine „Gewinnübergabe“ des „Deutschlandweiten Telefongewinnspiels“ (Tageblatt berichtete) hat sich als Verkaufsfahrt entpuppt.

„Das war Betrug.“ Liesel B. (Name geändert) ärgert sich. Die Göttingerin hat am Dienstag an der als „Gewinnübergabe“ titulierten Fahrt teilgenommen. „Ich war einfach zu neugierig“, sagt sie. Mit dem Bus einer Firma aus Mettmann ist B. mit 25 anderen Teilnehmern, zum Großteil Rentner, in ein Gasthaus in die Nähe von Uslar gefahren worden. Dort, berichtet B., sei des Team der Fahrt „sehr geschickt“ vorgegangen und habe die Teilnehmer umgarnt. „Wer sich am Ende als beeinflussbar gezeigt hatte, bekam die Gelegenheit, eine medizinische Kur für 1000 statt für 2000 Euro zu kaufen“, berichtet B. „Viele, die das gekauft haben, wollten später im Bus nicht darüber reden“, sagt B. weiter.

Sie selbst ist standhaft geblieben, hat nichts unterschrieben und gekauft hat sie auch nichts. Stattdessen wurde sie mit elf anderen Teilnehmern, die ebenfalls nichts unterschrieben haben und nichts kaufen wollten, nach Uslar gebracht, wo sie sich für zweieinhalb Stunden die Zeit vertreiben sollten. Am Ende der Fahrt habe es für alle „eine tolle Tüte“ gegeben, berichtet B. – gefüllt mit, Schokolade, Aufbackbrötchen, Reis und Nudeln.

Bereits Anfang Mai hatte das „deutschlandweite Gewinnspiel“ in einer Serie von Einladungsbriefen ihren Adressaten einen Gewinn im Wert von 1000 Euro und zusätzlich einen „Nominierungspreis“ ebenfalls in Höhe von 1000 Euro zugesichert, der bei der sogenannten „Gewinnübergabe“ in „bar ausgezahlt“ wird, schreibt Monika Kuhn vom „Kundenservice“ in dem Brief. Darin betont sie, dass es sich bei der Fahrt nicht um eine „Kaffeefahrt“ handele.

Nach B.’s Auskunft wurden den Teilnehmern die Gewinne nicht ausgezahlt. „Es war eine Frau dabei, die wollte mit den 1000 Euro die Unterbringung ihres Mannes im Altenheim bezahlen. Die war bitter enttäuscht“, berichtet B..

Von Michael Brakemeier

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