Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Bis 2030 fehlen in Göttingen 4820 Wohnungen

Tendenz steigend Bis 2030 fehlen in Göttingen 4820 Wohnungen

In Göttingen fehlen Wohnungen. Und der Bedarf an Wohnraum steigt weiter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Aktualisierung der Wohnbauflächen-Bedarfsprognose durch das Gewos-Institut. Bis 2030 mehr als 4800 Wohneinheiten - rund 900 mehr als noch in der Prognose von 2013 angenommen.

Voriger Artikel
Unbekannter lauert Sparkassen-Personal auf
Nächster Artikel
Ein Anwalt unter Mordverdacht

In Göttingen fehlen bis 2030 einer Prognose des Gewos-Instituts zufolge 4820 Wohnungen.

Quelle: CH/Archiv (Symbolbild)

Göttingen. "Einwohnerzahl,  Wohnungs- und Bauflächenbedarf steigen, Wohnungen vor allem im preisgünstigen Segment fehlen: Unter diesen Rahmenbedingungen prognostizieren die Gutachter bis 2030 einen Bedarf an insgesamt 4820 Wohneinheiten (WE) , davon 3460 im Geschosswohnungsbau und 1360 für Ein- und Zweifamilienhäuser – insgesamt rund 900 Wohneinheiten mehr, als in der Prognose von 2013 angenommen", fasst die Stadtverwaltung die aktualisierte Prognose zusammen. So hätten sich seit 2010, dem Basisjahr der bisherigen Prognose, die Einwohnerzahlen und Wanderungsbewegungen sowie das Baugeschehen in Göttingen "dynamisch" entwickelt.  Das neue Gutachten soll nun auch als Grundlage für den neuen Flächennutzungsplan bis 2030 Aussagen über die Wohnungsmarktentwicklung in Göttingen  treffen und den voraussichtlichen Neubaubedarf abschätzen.

 

Die wichtigsten Ergebnisse aus der aktualisierten Prognose

 

  • Göttingen wächst: steigende Einwohnerzahl und steigender Wohnungsbedarf.  Zwischen 2010 und 2015 ist Göttingens Einwohnerzahl um 5000 auf 132.900 gestiegen. Zuzüge aus dem Umland und der "konstant" hohe Zuzug aus dem Ausland seien die Gründe dafür. Hierfür sei vor allem die Anziehungskraft der Hochschullandschaft Göttingens ausschlaggebend.
  • Wohnungsmarkt: fehlende Wohnungen vor allem im preisgünstigen Segment.  Die Nachfrage sei wegen der zunehmenden Zahl der Haushalte konstant hoch, die Baufertigstellungen in den vergangenen Jahren bleibe jedoch "deutlich unterhalb" dieser Nachfrage. Vor allem Bereich der günstigen Wohnungen bestehe "großer Nachfrage-Überhang", hervorgerufen auch durch die stetig sinkende Zahl an öffentlich geförderten Wohnungen. Nach Angaben der Verwaltung sind das aktuell noch rund 2.500 Wohnungen. Davon würden aber in den nächsten Jahren rund 1.400 Sozialwohnungen aufgrund auslaufender Bindungen wegfallen. "Ohne ein wohnungspolitisches Eingreifen wird sich der preisgünstige Wohnungsbestand bis 2030 gemäß den Untersuchungen damit deutlich verringern. Problematisch wird die Versorgungslücke sowohl für die kleineren wie auch für die größeren, finanzschwachen Haushalte."
  • Bedarf an neuen Wohnbauflächen bis 2030.  Nach der von der Verwaltung zugrunde gelegten "oberen" Prognosevariante "ergibt sich bis 2030 ein Entwicklungsbedarf von zusätzlich 4820 Wohneinheiten (WE), davon 3460 WE im Geschosswohnungsbau  sowie 1360 WE für Ein- und Zweifamilienhäuser. Gegenüber der Studie von 2013 ergeben sich damit nochmals gestiegene Bedarfe in der Größenordnung von etwa 900 Wohneinheiten. Gängige Wohnungsgrößen und Dichtewerte zugrunde gelegt, ergäbe sich ein Flächenbedarf von mehs als 122 Hektar - knapp 68 für Einfamilien-, und rund 55 für Mehrfamilienhäuser.
  • Entwicklungsszenarien: Flächenausweisung, höhere Dichte, Innenentwicklung.  Wegen des großen Bedarfes sei es unumgänglich, zusätzliche Flächen für Wohnbebauung vorzusehen. Weiter sei vorstellbar, diese Flächen "mit einer mäßig höheren Dichte und geringfügig verkleinerten Wohnungsgrößen" zu entwickeln, um auf derselben Fläche mehr Wohneinheiten verwirklichen zu können. Dritter Bestandteil der Strategie sei eine "moderate Innenentwicklung und Nachverdichtung im Bestand" auf weiteren geeigneten Flächen.

Derzeit entwickelt die Verwaltung Szenarien für die Kombination dieser Ansätze, um den berechneten Flächenbedarf zu reduzieren und Flächen zu definieren, die kurz- und mittelfristig für Wohnbebauung geeignet seien. Im laufenden Aufstellungsverfahrens für den Flächennutzungsplan würden diese Szenarien weiter erörtert.

 

Über die Ergebnisse der Bedarfsprognose diskutiert der Bauausschuss am Donnerstag, 10. März.  ab 16.15 Uhr im Sitzungssaal 118 im Neuen Rathaus, Hiroshimaplatz 1-4.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis