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Ghostbikes erinnern an tödliche Unfälle mit Fahrradfahrern in Göttingen

Mahnmäler an den Straßenrändern der Stadt Ghostbikes erinnern an tödliche Unfälle mit Fahrradfahrern in Göttingen

Als schneeweiße Mahnmale sind sie an einigen Stellen der Stadt präsent: Ghostbikes. Mittlerweile stehen im Stadtgebiet acht dieser sogenannten Geisterräder und erinnern an Verkehrsunfälle, bei denen Fahrradfahrer ums Leben kamen.

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Acht dieser „Geisterräder“ stehen im Göttinger Stadtgebiet und erinnern an Verkehrsunfälle, bei denen Fahrradfahrer ums Leben kamen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Autofahrer und Fahrradfahrer zur gegenseitigen Rücksichtnahme angemahnt werden“, erklärt Polizeihauptkommissar Jörg Arnecke das Projekt. Arnecke ist Verkehrssicherheitsberater und für Verkehrsprävention zuständig.

Dass die Ghostbikes allein Unfälle und Verkehrsverstöße  nicht verhindern, ist Arnecke klar. „Prävention lässt sich nicht messen, aber es geht darum, Aufmerksamkeit zu schaffen.“ Und das funktioniert – immer wieder wird er auf die Geisterräder angesprochen. „Das ist ein Thema bei Jung und Alt. Ob Schüler oder Senioren, meine Kollegen und ich werden ständig darauf angesprochen.“ Und noch etwas sei auffällig: Noch keines der Räder sei bis jetzt beschädigt oder gar gestohlen worden.

Das erste Ghostbike wurde vor etwa eineinhalb Jahren aufgestellt – symbolisch um 11.55 Uhr. „Fünf vor zwölf“ sei es beim Thema Verkehrssicherheit, sagt Arnecke. Viele Unfälle mit teils tödlichem Ausgang ließen sich verhindern. „Die meisten Unfälle entstehen dadurch, dass Fahrradfahrer ihre Fahrtrichtung beim Abbiegen nicht anzeigen oder die falsche Fahrbahn benutzen“, erklärt der Verkehrsexperte.

Ist der Unfallverursacher der Autofahrer, liege das häufig an der Missachtung der Vorfahrtsregeln oder der fehlenden Aufmerksamkeit beim Einbiegen in den fließenden Verkehr. Ein weiteres Problem ist laut Arnecke die hohe Anzahl von Fahrten unter Alkoholeinfluss.

Für das Jahr 2014 lässt sich derweil ein leichter Anstieg von verletzten Verkehrsteilnehmern beobachten. Allerdings sei in der Gruppe der Fahrradfahrer kein gravierender Anstieg zu verzeichnen. Wenn es sein muss, wird Arnecke das Projekt der Ghostbikes weiterführen. „Ich hoffe natürlich nicht, dass ich nochmal ein Ghostbike aufstellen muss. Jeder Verkehrsunfall ist einer zu viel.“

Von Benjamin Köster

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