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Gifthaus in Eddigehausen steht leer

Behörden: Kein Handlungsbedarf Gifthaus in Eddigehausen steht leer

Zu einer elfjährigen Freiheitsstrafe hat das Göttinger Landgericht einen 44-Jährigen verurteilt, der versucht hat, seine Frau mit Bleiacetat und Quecksilber zu vergiften. Was geschieht mit dem verseuchten und laut Gutachter derzeit unbewohnbaren Haus? Vorerst nichts, sagen die Behörden in Stadt und Landkreis Göttingen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Eddigehausen. Der Angeklagte, Eigentümer des Hauses, das er als einziges seiner Güter nicht der giftgeschädigten Ehefrau überschrieben hat, soll Bleiacetat in verschiedene Lebensmittel gemischt haben: Salz, Gemüsebrühe und mehrere Flaschen ihres Lieblingsweins waren kontaminiert. Außerdem waren das Wohnhaus samt Interieur, etwa Backofen und Toaster sowie die Lüftung ihres Autos hochgradig mit Quecksilber belastet.

 

Das Gift verdampfte offenbar und führte laut Gutachter dazu, dass das Haus dauerhaft unbewohnbar ist. Die Ehefrau hat durch die Schwermetallvergiftung schwere gesundheitliche Schäden davongetragen. Mit der Verurteilung durch das Göttinger Schwurgericht ist das Verfahren jedoch noch nicht abgeschlossen: Der Angeklagte hat mittlerweile Revision vor dem Bundesgerichtshof eingelegt.

 

Derzeit steht das Gebäude nach Kenntnis der Behörden in der Region leer. Von dem Haus gingen keine Gefahren für die Öffentlichkeit aus, was ein polizeiliches Eingreifen ausschließe, erklärt Jasmin Kaatz, Sprecherin der Polizeiinspektion Göttingen, auf Anfrage. „Wir sind nicht mit dem Fall befasst, wissen aber, dass niemand darin wohnt, weil wir die Mülltonnen abgeholt haben“, berichtet auch Ulrich Lottmann, Sprecher der Verwaltung des Landkreises Göttingen. Im Moment sei niemand gefährdet. Was letzlich in Zukunft mit dem Haus geschehen solle, werde der Eigentümer zu entscheiden haben: „Das ist eine zivilrechtliche Angelegenheit.“

 

Ähnlich sieht das Detlef Johannson, Sprecher der Stadtverwaltung Göttingen und des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis. Eine solche Situation komme nicht oft vor, deshalb gebe es in diesem Fall auch kein festgelegtes Verfahren. „Wir sehen hier zunächst das Privatrecht am Zug“, erklärt Johannson. „Der Eigentümer kennt die Vorgeschichte des Hauses und weiß um etwaige Belastungen.“

 

Bei einem Verkauf des Hauses sei der Eigentümer verpflichtet, Käufer zu informieren. Gegebenenfalls müssten Sachverständige hinzugezogeen und die Bewohnbarkeit des Hauses sichergestellt werden, so Johannson.

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