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Handgepflückt in die Bars

„Von Hallers“: Gin aus Göttingen Handgepflückt in die Bars

„Hand Picked“ - „Handgepflückt“ ist die Seele des jüngsten Produkts des Spirituosen-Herstellers Hardenberg-Wilthe aus Nörten-Hardenberg. Und es trägt den Namen eines berühmten Göttingers: „Von Hallers Gin“ verweist auf den Wissenschaftler Albrecht von Haller, der 1736 den Botanischen Gartens in Göttingen gründete.

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Quelle: Bielefeld

Göttingen. Über reines Marketing geht der Name weit hinaus, zeigte sich bei der Produktvorstellung am Donnerstagabend im Botanischen Garten. Dort wachsen die für die Destillation des Gins verwendeten Kräuter und Pflanzen, die erst gepflückt und dann in die Hardenberg'sche Partnerbrennerei im abgelegenen Drumshanbo in Irland geschickt werden. In „The Shed Distillery“ wird der Gin in herkömmlichen Kupferkesseln gebrannt. Die Kooperation ergab sich aus einem Besuch von Carl Graf von Hardenberg junior in Irland, der zu Beginn des Jahres in das Familienunternehmen einstieg.

„Ein sehr eingängiger Gin“, sagt Sören Armini, seit einigen Wochen Edelspirituosen-Spezialist bei Hardenberg-Wilthen und zuvor Bar-Fachmann. Mit „Von Hallers Gin“ habe das Unternehmen „nicht den 827sten London Dry Gin auf den Markt werfen wollen“, sondern ein Produkt mit ganz eigenem Charakter.

Dafür verantwortlich sind unter anderem drei Kräuter aus dem Göttinger Botanischen Garten. Zitronenverbene sorgt für eine deutliche, aber nicht dominante Citrus-Note, die nach Haller benannte Baumfuchsie „Halleria lucida“ duftet fruchtig-frisch. Außerdem wird die Wasserpflanze Kalmus verwendet, die dem fertigen Produkt mit einer Ingwer-Note leicht erdet. Insgesamt werden zehn Kräuter und Pflanzen für die Destillation verwendet. Mit dieser Auswahl ist der fertige Gin eher im hellen und floralen Spektrum angesiedelt.

Kleiner Nebenaspekt: Kalmus wurde in Europa von Sultan Süleyman dem Prächtigen (ca. 1495 – 1566) eingeführt und verbreitet. Der Göttinger Gin kommt somit nicht ohne einen Beitrag aus der muslimischen Welt aus.

Mit einem klassischen Tonic Water, sagt Armini, funktioniert der Hardenberg'sche Gin ganz ausgezeichnet, versichert Armini. Das mit 44 Volumenprozent Alkohol hochgeistige Produkt soll zwei Welten vereinbaren: „Wholly German. Wholly Irish. Completely both“ lautet einer der Slogans, mit der Hardenberg seine jüngste Kreation vermarkten will. Und damit auch den Namen Göttingens in die Welt tragen: „Göttingen Botanical Gardens“ steht auf der Flasche.

Den Massenmarkt hat Hardenberg dabei nicht im Blick, sagt Armini. Ausgesuchte Bars sollen den südniedersächsisch-irischen Gin anbieten. Und die Weinhandlung Bremer, exklusiver Partner der Destillerie im Direktverkauf. Angeboten wird „Von Hallers Gin“ in kompakten, aber stilvollen lichtblauen Halbliter-Glasflaschen im Retro-Design.

Vom Genever zum Gin

Gin gilt als genuin britisches Getränk, hat seine Ursprünge jedoch in den Niederlanden. Der Name Gin kommt vom Genever, den britische Soldaten, die im Holländisch-spanischen Krieg (1568-1648) kämpften, zurück auf die Insel brachten. Anfangs ein Getränk für die niederen Schichten, eroberte der Gin nach und nach Mittel- und Oberschicht.

Auch in Deutschland: Nach einer ersten Gin-Welle in den 1980er Jahren und einer nachfolgenden Flaute ist der edle Wacholderschnaps seit einigen Jahren wieder der Renner. Und in kleinen bis mittleren Distillerien. Mehr als 80 in Deutschland hergestellte Gin-Marken gibt es mittlerweile. Und dies manchmal in einer Qualität, die britischen Brennern das Fürchten lehrt. Aber auch in diesem Spektrum ist der deutsch-irische Hybrid „Von Hallers Gin“ eine Ausnahmeerscheinung.

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