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Gipfeltreffen: Göttinger Stars zeigen, was sie können

Konzertabend in der Stadthalle Gipfeltreffen: Göttinger Stars zeigen, was sie können

Ein „Grüezi miteinand“ ist in Göttingen selten zu hören. Christoph-Mathias Mueller aber, Generalmusikdirektor des Göttinger Symphonie-Orchesters, begrüßte so am Sonnabend die Gäste in der ausverkauften Stadthalle zum ersten Gipfeltreffen.

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Voller Saal und Rock‘n‘Roll im Stil der Panzerknacker: Bernd Lünser war Mitglied der Göttinger Band. Beim Gipfeltreffen in der Stadthalle kommt der Gitarrensound beim Publikum gut an.

Quelle: Mischke

Göttingen. Als Schweizer fand Mueller den richtigen Ton und als Moderator des Abends, den 20 Künstler zu einem einmaligen Musikereignis werden ließen, hatte er anfangs Wissenswertes über die Göttinger Musikszene der Nachkriegszeit und internationale Musikrichtungen zu erzählen. Beliebte Musiker, Sängerinnen und Sänger hat Christoph Jess als künstlerischer Leiter fürs Gipfeltreffen auf die Bühne geholt: Insa Rudolph, Wojtek Bolimowsi, The Three Sisters, Gerrit Zitterbart, Maria Koch, Lars Wätzold, Bernd Lünser und Seven Up.

Begleitet von der Gipfeltreffen-Band gingen die Künstler, die mehr oder weniger mit Göttingen verbunden sind und hier von Auftritten bestens bekannt sind, auf „Zeitreise“ mit Musik von 1927 bis heute. Die Stücke zeigten den Wandel, waren aber auch passend zum Stil der jeweiligen Künstler ausgewählt. Überraschungen fürs Publikum gab es dennoch. So gaben die Swing-Spezialistinnen The Three Sisters eine Version von „Just a Gigolo“ aus den 1930er-Jahren ab an Seven Up, die mit einer jüngeren Fassung fortsetzten. Insa Rudolph erinnerte in einer sehr zarten Interpretation, entsprechend begleitet von GSO-Geiger Wojtek Bolimowski und Pianist Gerrit Zitterbart, an die französische Sängerin Barbara und ihr Chanson Göttingen aus dem Jahr 1964.

Rocken ließen es die Gitarristen André Tolba und Bernd Lünser. Jener begeisterte mit dem Summertime Blues und Lünser, einst Mitglied der bekannten Göttinger Rockband Die Panzerknacker, zeigte, dass guter Old Time Rock‘n‘Roll immer uptodate ist. Aber nicht nur von den Rockern war das Publikum, dessen Großteil wohl in den 70er-Jahren jung war, hingerissen. Auch die Showeinlagen von Impro-Schauspieler Lars Wätzold brachten Spaß in die Revue: Er intonierte mit  dem Saal Manamana oder überraschte als Udo Lindenberg  die Staying Alive-Choreographie von drei der sechs Seven Ups - Christiane Eiben, Gregor Jess und Benjamin Stürzenhofecker - mit Maria Koch (Peanut Gallery). Sie ließ mit „Danke“ auch ein eigenes Stück hören.

„So gut klingt Göttingen“, lautete der Untertitel des Gipfeltreffens, für dessen Neuauflage 2016 der Vorverkauf begonnen hat. Der gute Klang war auch der Band um Thomas Zander zu verdanken, deren Musiker nur fürs Gipfeltreffen aufschlugen. Das hat gepunktet: Best of Göttingen-Interpreten kommen an mit mitreißenden Hits, aber auch ungewöhnlichen Interpretationen bekannter Musik, wie das Lünser und Bolimowski-Countryspiel „Your Man“ oder Stürzenhofeckers Angels. Dass sich alle Gipfelstürmer mit der Bohemian Rhapsody von Queen verabschiedeten, entzückte die Zuschauer einmal mehr und zeigte, dass die Auswahl trefflich war. Deshalb kann auf „Fortsetzung folgt“ gesetzt werden.

Die Sonderveröffentlichung des Tageblatts zum Gipfeltreffen können Sie hier als PDF herunterladen:

Gipfeltreffen SV 30,67 MB

 

Kommentar: Auf die Dosis kommt es an
Der Saal muss voll sein, das Publikum am Ende Beifall spenden und Zugaben einfordern: Trifft das zu, dann sind Veranstalter beruhigt, zufrieden, vielleicht sogar ebenso begeistert wie die Zuschauer. Das Gipfeltreffen hat dieses Ziel erreicht. Das war bei dem Konzept, auf erfolgreiche Musiker und Sänger aus der lokalen Szene zu setzen und sie in unterhaltsamer Dramaturgie auftreten zu lassen, auch kein Wunder.
Bemerkenswert allerdings, dass die Show den Gipfel in der Publikumsgunst sowohl im Vorverkauf (ruckzuck ausverkauft) als auch mit der Darbietung (begeisterter Beifall von Beginn an) in Rekordzeit erreichte. Das Gipfeltreffen ist etwas Neues unter den exklusiven, weil lokalen Darbietungen - nach Kunstgala und Pop Meets Classic mit unterschiedlichen Zielgruppen. Dass sich diese drei in die Quere kommen können, ist eine berechtigte Befürchtung. Die Konkurrenz um Zuschauer,  zugkräftige Künstler und zahlungskräftige Sponsoren ist groß.
Da beides in Göttingen alles andere als Massenware ist, kommt es auf die richtige, anregende Dosierung an. Zwei oder drei solcher Veranstaltungen pro Jahr und gut darüber verteilt, Pop meets Classic in der Lokhalle findet inzwischen alle zwei Jahre statt, sind keine Überdosis für das Publikum, das seine Stars und Newcomer in guten Shows gerne auf dem Gipfel sieht.
Angela Brünjes

Angela Brünjes

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