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Gladebecker spenden für Festwährung zum 1000-jährigen Dorf-Jubiläum

Zinn für Festgeld Gladebecker spenden für Festwährung zum 1000-jährigen Dorf-Jubiläum

Eine eigene Festwährung soll Gladebeck zu seiner 1000-Jahr-Feier bekommen.  Zum Fest mit historischem Handwerkermarkt und Festumzug im Juli werden Glaakscher ausgegeben. Bis dahin will André Meyer-Metzlaff die Münzen prägen. Zinn dafür haben die Bürger aus dem Dorf gespendet.

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Wilfried Becker, Annegret Krannich, Hans-Hartmut Kortry, Edith Becker, Kurt Krannich (v.l.).

Quelle: Hinzmann

Gladebeck. Mehr als fünf Kilogramm Zinn steuerten Annegret und Kurt Krannich bei. In den 1970er Jahren habe sich dieser Vorrat angesammelt, erzählt Kurt Krannich, der mit seiner Frau seit 45 Jahren in Gladebeck lebt. Ein Regal mit Zinnbechern und Löffeln hatten sie zur Deko im Wohnzimmer. Bei Jubiläen wurden damals Zinnteller verschenkt, seine Frau bekam ein Set mit Schnapsbechern. Weil das Regal nach einer Umgestaltung nicht mehr passte, landeten die Zinn-Schätze auf dem Dachboden. Als im Festausschuss die Idee für die Festwährung entstand, beschloss das Paar Krannich, dass ihr Zinn zu „Geld“ werden sollte. Mit dem Frauenkreis machte Annegret Krannich die passenden Beutel dafür.
Wieviel Zinn er zusammenbekommen hat, kann Hartmut Kortry (70) gar nicht sagen. Auf jeden Fall hatte er so viele Pokale, dass er und 30 weitere Spender mit einem Glaakscher ausgezeichnet wurde. Seine Kegeltrophäen wurden Festgeld. Dazu kam das Zinn von seinen Eltern. Wegen der familiären Bande hatte er alles aufgehoben. Für das Fest gab er alles weg. Kortry will nicht nur die Festwährung unterstützen. Wenn Not am Mann ist, möchte er sich auch anderweitig engagieren.  

Ans Führding brachte 6,5 Kilogramm zusammen, „ein Sammelsurium von Verwandten und Bekannten“. Sogar ein Samowar sei dabei gewesen. Weitgereist ist viel Zinn aus ihren Händen – aus dem Harz, Süddeutschland und Holland. Aus den Niederlanden stammt auch die Spenderin selbst. Während eines Spanienurlaubs traf Führding ihren Ehemann, einen Groner. Zuerst lebten sie in dem Göttinger Stadtteil. Nach Gladebeck zogen sie aber schon vor 44 Jahren. Sie sei „200-prozentige Gladebeckerin“ geworden, bekennt sich Führding zu ihrer Wahl-Heimat. Mit dem Zinn habe sie etwas zum Fest beitragen und die Akteure unterstützen wollen. Zinnfrei ist ihre Wohnung aber noch nicht: An vielen Dingen hingen Erinnerungen, sagt sie.  

Ein Kilo mehr als Führding haben Edith und Wilfried Becker – er wirkt auch im Fest-Arbeitskreis mit – gespendet. Einen Großteil der 7,5 Kilo Zinn haben sie beim Kegeln gewonnen. Edith Becker erinnert sich noch an den Kegeljungen vor mehr als 40 Jahren im Gasthaus Drei Kronen, der die Kegel per Hand wieder aufstellen musste. Viele Pokale hat das Paar gespendet. „Wir konnten sie ja gar nicht alle hinstellen.“ Einige Trophäen mit Erinnerungswert gaben sie nicht weg, so zum Beispiel den Becher für 681 Holz von 1991. 250 Gramm wiegt der Pokal.

Von Ute Lawrenz

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