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Glauben und Kopfkino

Wochenend-Kolumne Glauben und Kopfkino

Es sind oftmals die kleinen Nebensätze, die das i-Tüpfelchen für eine schöne Geschichte sein können. So geschehen am vergangenen Montag in unserem Bericht über das Junge Theater und das geplante Stück „Gedächtnis einer Stadt“ auf dem Marktplatz.

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Quelle: CR/Archiv

Am Ende des Textes kommt eine solche Passage: OB Rolf-Georg Köhler und CDU-Eminenz Harald Noack werden eine Rolle in dem Stück übernehmen. Die beiden spielen zwei Senatoren, der eine mürrisch, der andere fröhlich, so Regisseurin Vanessa Wilcke. Köhler und Noack als Schauspieler? Klick. Da geht sofort das große Kopfkino an. Romeo? Julia? Siegfried? Alberich? Sissi? Faust? Dorfrichter Adam? Kann bitte jemand mein persönliches Lichtspieltheater im Kopf wieder ausstellen. Ich mag mir die beiden nicht wirklich in solchen Rollen vorstellen. Klick. Danke. Aber freuen sollten wir uns natürlich auf jede Menge Kultur, die in den nächsten Monaten auf uns zukommt. Das JT feiert 60. Geburtstag. Die Händel-Festspiele stehen in den Startlöchern. NDR2-Soundcheck kommt wieder in die Stadt. Lichtenberg, KWP-Festival und, und, und. Herrlich.Wie dicht Kultur, in diesem Fall sogar die Hochkultur, an aktuellen Themen unserer Zeit sein kann, beweisen die Internationalen Händel-Festspiele. „Glaube und Zweifel“ lautet das Motto 2017. Das passt für viele Themen in Göttingen. Glauben wir doch mal, dass die Sanierung der Stadthalle 19,9 Millionen Euro kosten wird. Zweifel verboten. Glauben wir doch mal, dass es in diesem Jahr eine Entscheidung um die Neuansiedlung eines Möbelhauses geben wird. Zweifel erlaubt. Glauben wir doch mal, dass es bei den Schulanmeldungen für die fünften Klassen kein Gezeter gibt. Zweifel ausgeschlossen. Mit Blick auf die große, weite Welt wäre allerdings „Glaube und Hoffnung“ treffender gewesen. Seien wir ehrlich, die Schlagzeilen, die wir in den vergangenen Wochen lesen mussten, lassen einen manchmal die Hoffnung verlieren. Giftgas in Syrien, Raketentests in Nordkorea, und dann zielt der Terror auch noch auf den Bus einer Fußballmannschaft. Manchmal zweifelt man doch beim Glauben an die Menschheit.

Schöne Ostertage wünscht Ihr Uwe Graells

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