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Gleichen übernimmt EAM-Anteile

Klare Ratsmehrheit Gleichen übernimmt EAM-Anteile

Die Gemeinde Gleichen wird sich an der neuen kommunalen EAM Strom-Gesellschaft „Energie aus der Mitte“ beteiligen und Anteile über eine Kreditbürgschaft kaufen.  Das hat der Rat mit der Mehrheit von 17 Stimmen aus allen Fraktionen beschlossen.

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Das ehemalige EAM-Hochhaus.

Quelle: Hinzmann

Gleichen. Nur die CDU-Abgeordneten Dietmar Müller, Martin Wüstefeld und Wolfgang Rümenapf sowie der Grünen-Politiker Matthias Grün stimmten dagegen.

Etliche Landkreise und Städte haben Stromnetz der EAM 2013 in einer großen Rückholaktion zurückgekauft. Sie wollen die Energieversorgung als öffentliche Hand selbst sicherstellen. Die Landkreise wiederum wollen zur Finanzierung des Deals die Gemeinden mit ins Boot holen. Sie sollen indirekt knapp die Hälfte der EAM-Anteile über eine sogenannten Sammel- und Vorschalt-GmbH übernehmen. Dafür sollen sie allerdings kein Geld zahlen, sondern Bürgschaften für die fälligen Kaufkredite übernehmen. Gleichen soll für vier Millionen Euro bürgen. Geht das Geschäft auf, könnten sie nach Angaben der Initiatoren in 25 bis 30 Jahren hohe Renditen einfahren.

„Wir können damit in 30 Jahren einen Vermögenszuwachs von fünf Millionen Euro erzielen, ohne selbst Geld in die Hand zu nehmen“, warb SPD-Ratsherr Harald Melzer für den Kauf über Bürgschaften. Die SPD sei bei ihrer Abwägung zu dem Schluss gekommen, dass die Chancen für die Gemeinde höher seien als die Risiken. Ähnlich argumentierte Klaus-Werner Hanelt (BsP) und fügte an: „Strom steht für die Zukunft.“

"Strom wird immer gebraucht“

Die Grünen hätten sich immer für die Rekommunalisierung der Stromnetze ausgesprochen, sagte Stefan Heinemann, und die Gemeinde sitze über die Anteile des Landkreises Göttingen bereits mit im Boot. Auch in seiner Fraktion gebe es aber Vorbehalte und die Sorge, „dass etwas schiefgehen könnte“.

Er selbst glaube, dass solide gerechnet worden sei, mögliche Verluste seien überschaubar. CDU-Mann Dietmar Müller hingegen kommt zu einem anderen Schluss. Der Rückkauf des Stromnetzes von der EON und die Neugründung der EAM seien zwar richtig und letztere auch gut in der Hand der Landkreise aufgehoben. Es sei aber nicht nachvollziehbar, warum jetzt die Gemeinden „für einen kleinen homöopathischen Anteil von unter null Prozent und eine komplizierte Finanzjonglage“ für Millionen bürgen sollen. Sein Fraktionskollege Werner Wille hingegen glaubt, „dass sich das rechnet – Strom wird immer gebraucht“.

Die EAM ist die ehemalige Eon Mitte und befindet sich seit Dezember 2013 im Besitz von zwölf Landkreisen und der Stadt Göttingen. Ihr Geschäftsbereich erstreckt sich auf Südniedersachsen, Teile von Hessen und Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

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