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Gleichen will Gebühren für fünf kommunale Friedhöfe erhöhen

Bestattungen bald wieder teurer Gleichen will Gebühren für fünf kommunale Friedhöfe erhöhen

Vor einem Jahr hat die Gemeinde Gleichen ihre Friedhofsgebühren drastisch erhöhen müssen, jetzt werden Bestattungen auf ihren fünf Friedhöfen vermutlich noch teuer – auf jeden Fall bei Urnenbeisetzungen.

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Auch in Groß Lengden können weniger ausgelastete Friedhofsfelder nur schwer aufgegeben werden, weil es noch belegte Gräber gibt.

Quelle: Vetter

Gleichen. SPD und Grünen haben am Montagabend im Ratsausschuss für öffentliche Einrichtungen einer „moderaten“ Erhöhung grundsätzlich zugestimmt, CDU und BsP waren dagegen. Sie beriefen sich unter anderem auf die betroffenen Ortsräte: Die hatten vorher fast alle steigende Gebührensätze abgelehnt.

Offen ist noch, ob die pauschale Grundgebühr für alle Bestattungsformen so geändert wird, dass Erdbestattungen billiger werden, Urnenbestattungen zugleich aber teurer. Auch darüber soll im Dezember der Rat entscheiden. Unterdessen suchen Ortsräte wie Ratspolitiker fast verzweifelt nach Möglichkeiten, Friedhofspflege- und anderen Kosten zu drücken, um die hohen Gebühren senken zu können. Denn seit Jahren gibt es immer weniger Bestattungen. Zugleich sind günstige Urnenbeisetzungen im Trend. Folge: Weil die Kosten für Pflege und Verwaltung unverändert anfallen und gedeckt werden müssen, steigen letztere immer weiter.

Folgt der Rat der Ausschussempfehlung mit unverändertem Pauschalsatz, kostet zum Beispiel ein Einzelgrab mit 20-jähriger Laufzeit ab Jahreswechsel 1682 Euro statt bisher 1660 Euro. Für eine Urnenreihengrabstätte erhöht sich die Gebühr von 969 auf 991 Euro. Hinzu kommt neben Genehmigungsgebühr und weiteren Kosten der Grabaushub: 403 statt 396 Euro für ein Reiheneinzelgrab, 146 statt 107 Euro  für eine Urnenbestattung.

Urnen-Trend bringt Gebührengefüge ins wanken

Zum Vergleich: In Göttingen würde ein Einzelgrab rein rechnerisch bei gleicher Laufzeit 2660 Euro kosten, ein Urnengrab 1440 Euro. Als bisher einzige Gemeinde in Südniedersachsen berechnet Gleichen seit diesem Jahr eine Grundgebühr. Sie deckt zurzeit 15 Prozent der allgemeinen Pflege- und Verwaltungskosten und muss für alle Bestattungsformen gezahlt werden. Wird sie zum Beispiel auf 20 Prozent erhöht – ein Vorschlag der Grünen – , sinken durch die prozentuale Verschiebung die Gebühren für die teureren Erdbestattungen, Urnengräber werden teurer.

Genau das wollen viele Politiker erreichen, weil der Urnen-Trend das Gebührengefüge immer mehr ins wanken bringt. Grundsätzlich beklagten sich alle über die hohen Preise auf den kommunalen Friedhöfen. CDU-Vertreter würden wenigstens in diesem Jahr gerne eine Erhöhung aussetzen, weil sich für das Geschäftsjahr 2014 ein kleiner Überschuss abzeichnet. Manche fordern ein neues Gesamtkonzept für alle fünf kommunalen Friedhöfe in Etzenborn, Groß- und Klein Lengden, Rittmarshausen und Sattenhausen, um die Kosten zu reduzieren und neue Bestattungsformen anzubieten.

Unter anderem prüfen die Ortsräte zurzeit, ob teile der Friedhöfe aufgegeben werden können, um Pflegekosten zu verringern. Aber fast überall gibt es noch vereinzelt Gräber mit einer längeren Laufzeit, die nicht einfach geräumt werden können. Sorgen bereiten auch die Kapellen. Sie kosten viel Geld, die Gebühren werden dennoch bewusst niedrig gehalten – zu Lasten der Gemeindekasse.

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