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Gleichens Bürgermeister Heinz-Jürgen Proch geht in den Ruhestand

Statistikfan und Demokrat „durch und durch“ Gleichens Bürgermeister Heinz-Jürgen Proch geht in den Ruhestand

Seinen norddeutschen Humor, bei dem man ein wenig um die Ecke denken muss, hat mancher bis zuletzt nicht verstanden. Da ist es kein Wunder, dass Heinz-Jürgen Proch die Gleichener zwar „sehr offen und liebenswert“ findet, „manchmal aber zu ernst“.

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„Drei Wahlperioden sind eine ausreichende Zeit“: Proch nimmt Abschied vom Bürgermeister-Büro.

Quelle: Schubert

Gleichen. Dass sie offen sind, hat der 62-Jährige vor 26 Jahren sofort gemerkt, als er nach Ausbildungen bei der Polizei und dann beim Landkreis Verden als Leiter des Bau- und Ordnungsamtes in die Gemeindeverwaltung kam.

Neun Jahre später war Proch Gleichens erster hauptamtlicher Gemeindebürgermeister. Jetzt, nach drei Wahlperioden in 17 Jahren tritt der Sozialdemokrat ab. Heute begleitet er seine letzte Ratssitzung, nächste Woche übergibt er das Amt an Manfred Kuhlmann (SPD).

Es ist ein Abschied „mit gemischten Gefühlen“, räumt Proch ein. Er freue sich auf den Ruhestand, „ich könnte jetzt aber auch noch ein oder zwei Jahre weiter machen“. Dann könnte er vielleicht die Ziele erreichen, die er „leider nicht geschafft“  hat: den Bau einer Seniorenanlage in Klein Lengden und schnelles Internet in allen 16 Gleichen-Dörfern.

Das wurmt Proch, den es als Bürgermeister, Verwaltungsmann und bekennenden Statistikfan „immer am meisten gereizt hat, zu überzeugen und irgendwann auch die Erfolge meiner Arbeit zu sehen“. „Öffentliche Bestätigung“ dafür sei ihm nicht so wichtig gewesen. Auch deshalb habe der repräsentative Teil immer etwas hintenangestanden.

„Wirtschaftsförderung war immer Chefsache

Als Erfolge während seiner Amtszeit sehen Proch und Wegbegleiter unter anderem den Bau der Umgehungsstraße für Klein Lengden („die kürzer ist als die alte Ortsdurchfahrt“), den Ausbau der Kindertagesstätten („auch ein Steckenpferd“), das Radwegenetz in Gleichen und etliche Gewerbeansiedlungen.

„Wirtschaftsförderung war immer Chefsache“, sagt Proch, der auch Chef der Gleichener Erschließungsgesellschaft (GGW) ist und sich in den Vorständen des Regionalverbandes Südniedersachsen und des Städte- und Gemeindebundes engagiert.

Die Arbeit im Rat habe sich deutlich verbessert, bilanziert der ausscheidende Bürgermeister, inzwischen sei sie sogar „sehr angenehm und konstruktiv“. Als „Demokrat durch und durch“ hat Proch Rückschläge „nie persönlich genommen“. „Wirklich geärgert“ habe ihn nur die Debatte um Schulstandorte und die Entscheidung, die Grundschule Reinhausen zu schließen.

Aber auch, wenn die Gefühle gemischt sind: „Drei Wahlperioden sind eine ausreichende Zeit“, sagt Proch zum Ausstieg mit 62 Jahren. Zum Einstieg in den Ruhestand wird er mit seiner Frau Rosemarie vier Wochen Urlaub in der Türkei machen.   

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