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Kreismittel gegen Chorsterben

MFörderung für Kultur auf dem Land Kreismittel gegen Chorsterben

Mehr Geld für die kleine Kultur - das fordert der Duderstädter CDU-Ratsherr Gerd Goebel in einem Initiativantrag an die Kreistagsfraktion seiner Partei. Nicht nur die Profis sollten aus der Kreiskasse unterstützt werden, sondern auch Chöre und Laientheater, insbesondere auf dem Land.

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Gerd Goebel

Quelle: r

Göttingen. „Gerade im Eichsfeld gibt es zahlreiche Gesangvereine, Spielmannszüge und Orchester sowie kulturelle Initiativen, die dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind“, begründet Goebel. Die Ehrenamtlichen leisteten „hervorragende Arbeit“, seien aber gezwungen, sich „fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen“ zu finanzieren. „Diese Gruppen sind seit Jahrzehnten die Säulen des kulturellen Lebens in den Orten, stehen aber aufgrund der demografischen Entwicklung vor großen Herausforderungen“, nennt Goebel eine Schwierigkeit, die alle Vereine betreffe: Je weniger Mitglieder, desto schwieriger die Finanzierung über Beiträge. „Deshalb ist es notwendig, dass auch der Landkreis Göttingen - der mit der Förderung des GSO, des Deutschen Theaters, der Händel-Festspiele und auch des Göttinger Stadtradios wichtige Akzente setzt - auch die kulturelle Arbeit vor Ort fördert“, meint Goebel und fügt hinzu: „Gelingt dies nicht, wird das Sterben von Gesangvereinen und auch Musikgruppen weiter an Fahrt gewinnen.“

200.000 Euro für Kultur im ländlichen Raum gefordert

Die professionelle Kulturarbeit werde jährlich mit „weit über zwei Millionen Euro“ unterstützt. Für die Laien stellt sich Goebel einen 200.000-Euro-Topf vor und bittet die CDU-Kreistagsfraktion, einen entsprechenden Antrag im Kreistag einzubringen. Der Fonds soll auch Tiftlingerode zugute kommen, dem Ort, in dem Goebel Ortsbürgermeister ist. „Die 932 Seelen zählende Gemeinde verfügt seit der 875-Jahrfeier über drei Chöre: den Teenie-Chor, den Pop-Chor und den Gesangverein“, beschreibt Goebel.

Wöchentlich seien rund 80 Sänger zwischen sieben und 85 Jahren an den Proben beteiligt. Bei drei Dirigenten, 120 Proben und 30 Auftritten im Jahr fielen Kosten von rund 5.000 Euro an. „Diese Summe ist für den Verein auf Dauer nicht zu finanzieren, zumal auch neue Noten und die Miete für die Proben zu bezahlen sind.“

Goebel schlägt vor, maximal 5000 Euro zur „Honorierung der Dirigenten, Anschaffung von Noten und Musikinstrumenten, Mietkosten für die Proben, Fahrtkosten für Konzerte, Wochenendseminare und so weiter“ bereitzustellen. Dabei soll die Förderung bis zu 50 Prozent der Kosten abdecken. Anträge sollen jeweils bis zum 31. Januar eines Jahres beim Landkreis eingereicht werden. Außerdem solle nach einem Jahr eine Auswertung erfolgen, um die Resonanz zu evaluieren. ne

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