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Nächtlicher Ostergottesdienst

200 Eritreer feiern in Göttingen Nächtlicher Ostergottesdienst

Einen Ostergottesdienst bis Sonntagmorgen um 4 Uhr haben 200 orthodoxe Christen aus Eritrea in der Göttinger Kirche Maria Frieden gefeiert. Die meisten sind in den vergangenen zwei Jahren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, darunter viele Minderjährige ohne Angehörige.

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Betreuen die Christen aus Eritrea: die Priester Mesele Tsge (links) und Abakinfe Gebriel Mesele.

Quelle: MIC

Göttingen. An den Türen liegen Berge von Schuhen. Die Eritreer betreten ein Gotteshaus auf Strümpfen. Im Kirchenschiff haben sie Teppiche ausgerollt. Viele werfen sich beim Hereinkommen nieder, berühren mit der Stirn den Boden. Die Frauen sind in weiße Gewänder gehüllt, die auch den Kopf bedecken. Viele tragen Kleinkinder auf dem Arm. Sie stehen auf der einen Seite der Kirche. Gesessen wird während des Gottesdienstes kaum. Die Männer, die in der Überzahl sind, drängen sich auf der anderen Seite.

Der Altarraum ist mit einem roten Vorhang abgehängt. Durch eine Öffnung schlüpft Priester Abakinfe Gebriel Mesele während des Gottesdienstes immer mal wieder hindurch. Auch er ist ein Flüchtling und lebt in Hann. Münden, erzählt er. In der ersten Reihe stehen weitere Priester und Diakone, alle in Weiß gekleidet. Sie stützen sich auf mannshohe Stäbe. Ohne Unterbrechung singen sie – im steten Wechsel – mit der Gemeinde.

Nach einer Stunde reichen junge Männer allen Gläubigen lange, dünne Kerzen. Das hell flackernde Licht erinnert an die Auferstehung Jesu Christi. Dann werden in einer Wanne, die mit geweihtem Wasser gefüllt ist, Babys getauft.

„Seit zwei Jahren treffen sich die Eritreer bei uns in der Gemeinde“, berichtet Jürgen Bömeke, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. „Wir sind immer sonnabends hier, um zu beten und etwas über unsere Religion zu lernen“, erzählt Dawit Tsegay (18), der den Hauptschulabschluss anstrebt und dann Metallbauer lernen will. Zu den Gottesdiensten reisen Eritreer zum Teil aus Hamburg und München an.

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