Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Göttingen: Bewährungsstrafe für Messer-Überfall im Drogenrausch

„Künftig weniger Drogen“ Göttingen: Bewährungsstrafe für Messer-Überfall im Drogenrausch

Es war ein schwieriger Fall, den der Vorsitzende Richter August-Wilhelm Marahrens am Dienstag mit seiner Strafkammer am Göttinger Landgericht zu lösen hatte: Der Hauptbelastungszeuge der Staatsanwaltschaft besann sich eines anderen und wollte nicht mehr gegen den Angeklagten aussagen, und die Zeugen der zweiten vorgeworfenen Straftat erschienen einfach nicht.

Voriger Artikel
Videoüberwachung in Bussen, Bahnen und Banken in Göttingen
Nächster Artikel
Kehrtwende in der Bauplanung in Göttingen

Göttingen: Bewährungsstrafe für Messer-Überfall im Drogenrausch.

Quelle: dpa

Göttingen. Außerdem spricht der Angeklagte kein Wort deutsch. Zu einem Urteil wegen bewaffneten Überfalls kam es dennoch.

Angeklagt war ein 47-jähriger Mann aus Abchasien, einer abtrünnigen Provinz Georgiens. Vor Kriegsgräueln sei er geflohen, erklärte er über die Dolmetscherin, und sei Anfang 2013 nach Deutschland gekommen.

Doch dort fand er sich nicht zurecht: keine Arbeit, kaum Bekannte, kein Geld, aber eine massive Drogensucht. Ein Einzelgänger: Seine wenigen Kontakte beschränkten sich auf die russischsprechende Gemeinschaft in Braunlage und danach in Göttingen.

Dazu zählte auch Waldemar L., in dessen Göttinger Wohnung er für kurze Zeit unterkam. Doch mit der Dankbarkeit des Gastes war es nicht allzuweit her. Im Februar 2014 bedrohte er seinen Gastgeber mit einem Messer und zwang ihn, vier Gramm Heroin und 140 Euro herauszurücken. Damit allerdings musste sich das Gericht nicht mehr befassen: Waldemar L. schwieg im Gerichtssaal.

Blieb noch der Überfall im April auf seine ehemalige Lebensgefährtin in dem nicht nur bei der Polizei übel beleumundetem Appartementhaus Hagenweg 20. Zuerst trat er die Appartementtür ein, dann forderte er nach bekannter Manier Geld und Drogen. Erst als er bemerkte, dass seine Ex heimlich die Polizei gerufen hatte, besann er sich eines besseren.

Blieb also der Anklagepunkt des versuchten schweren Raubes – Versuch deshalb, weil es zur Übergabe von Geld oder Drogen gar nicht erst gekommen war. Trotz des schweren Vorwurfs kam der 47-Jährige dank seines Geständnisses gerade noch mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. Dennoch ist die Prognose nicht gut: In seinem Schlusswort versprach der schwer opiatabhängige Mann nur, „künftig weniger Drogen“ zu nehmen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“