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Göttingen: DGB erteilt Besetzern eine Abfuhr

„Widerrechtlich besetzt“ und „Flausen im Kopf“ Göttingen: DGB erteilt Besetzern eine Abfuhr

Mit der Besetzung des ehemaligen DGB-Hauses in Göttingen soll nach Willen des Gewerkschaftsbundes bald Schluss sein. Seit November nutzen Aktivisten das Haus als Flüchtlingsunterkunft, für Sprachkurse, Vorträge und andere Projekte.

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Besetzung des DGB-Hauses an der Oberen Maschstraße 10.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Nach Auskunft von Hartmut Tölle, Vorsitzender des DGB-Bezirks Niedersachsen, sollen die Besetzer an der künftigen Nutzung des Gebäudes in der Oberen Maschstraße 10 „gar nicht“ beteiligt sein. „Diese Leute, die dort sind, haben das Haus widerrechtlich besetzt“, so Tölle weiter. Sie hätten „Flausen im Kopf“, dass der DGB für ein Wohnprojekt die „Kosten und die Verantwortung tragen könnte“. Wegen des Zustands des Gebäudes, lasse eine „juristische Kalkulation“ nicht zu, dass dort jemand wohne.

Das Bürogebäude gehört der Vermögensverwaltungs- und Treuhand-Gesellschaft des DGB. Der plant Tölle zufolge eine Renovierung mit anschließender Umnutzung als „sozialer, bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende und Studierende“. Zwar habe man der Stadt das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft angeboten, „so wie es aussieht, gibt es aber seitens der Stadt keinen Bedarf für die Flüchtlingsunterbringung“.

Die hatte Verwaltungssprecher Detlef Johannson zufolge dem DGB im November empfohlen, am „Gebäudestandort sozialen Wohnungsbau zu realisieren“. Auf eine Genehmigung des entsprechenden Umnutzungsantrags hofft Tölle im Februar. Der Antrag ist Johannson zufolge noch nicht eingereicht, „aber angekündigt“. Laut dem Vorsitzenden des DGB-Bezirks Südniedersachsen-Harz, Lothar Hanisch, sind die Mittel für die Renovierung bereits im Haushaltsplan des DGB für 2016 enthalten.

Die Besetzer des Hauses „wissen von den Plänen noch nichts“, erklärte hingegen eine Sprecherin. Eigentlich planen die Besetzer, in den 25 Räumen des Hauses ein selbstverwaltetes Wohnprojekt einzurichten, dass das „solidarische Leben von Geflüchteten und anderen von Wohnungsnot betroffenen Personen ermöglichen soll“. Außerdem nutzen Flüchtlinge und Aktivisten den ehemaligen Sitzungssaal als Basis für nächtliche Hilfsaktionen zugunsten am Bahnhof gestrandeter Flüchtlinge sowie für Vorträge, Begegnungscafés und Sprachkurse.

Der Sitzungsaal soll nach Tölles Willen auch weiterhin als Ort für „die Zivilgesellschaft“ dienen. Ansonsten hofft er auf ein „richtig tolles Haus für Studierende und Auszubildende“. Eine solche Nutzung schließe Flüchtlinge nicht aus, solange sie beispielsweise immatrikuliert seien, erklärte Tölle weiter. Wegen „Ärger mit Anliegern“ müsse man aber „bei allem Gutmenschentum, auch mal aussprechen, dass die Neigung, Flüchtlinge in der Altstadt zu haben, nicht so ausprägt ist“.

Von Christoph Höland

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