Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Nur wenig Schüler streiken mit

Demonstration gegen Klassenfahrtenboykott Nur wenig Schüler streiken mit

Nur wenige Schüler aus dem Raum Göttingen haben am Mittwoch an einer landesweiten Demonstration gegen dem Klassenfahrtenboykott ihrer Lehrer an den Gymnasien teilgenommen. Vom Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) in Göttingen waren gut 70 Kinder- und Jugendliche am Morgen in zwei Bussen nach Hannover aufgebrochen.

Voriger Artikel
Charme der Gewerbesteuer
Nächster Artikel
Ratsgruppe für Radweg

Mehr als 3000 Schüler beteiligen sich an der Demo in Hannover – aus Göttingen sind nur wenige dabei.

Quelle: dpa

Göttingen. Auch am Hainberg-Gymnasium blieben nach Schülerinformationen am Morgen viele Plätze in den Klassenräumen leer, weil Kinder und Jugendliche dem Aufruf des Landesschülerrates gefolgt waren. An weiteren Gymnasien in Göttingen und Hann. Münden war Teilnehmerzahl eher sehr gering. Am Eichsfeld-Gymnasium in Duderstadt und am Theodor-Heuss-Gymnasium hatten sich die Schülergremien zuvor gegen einen Streik mit Demonstration ausgesprochen.

Nach unterschiedlichen Angaben von Veranstaltern und Beobachtern waren am Mittwoch 3000 bis 4000 Schüler aus ganz Südniedersachsen für ein Ende  des Klassenfahrtenboykotts  demonstrierend durch Hannover gezogen. Sie fordern Landesregierung und Pädagogen auf, ihren Streit um die Arbeitszeiterhöhung für Lehrer beizulegen. Seit Schuljahresbeginn müssen Gymnasiallehrer in Niedersachsen 24,5 statt 23,5 Stunden pro Woche unterrichten – zuzüglich Vor- und Nachbereitung. Aus Protest dagegen boykottieren die Lehrer an den meisten Gymnasien die Klassenfahrten. Auch an den Schulen im Raum Göttingen fallen Klassen- und Studienfahrt ganz oder teilweise aus. Das wiederum verärgert jetzt zunehmend Schüler und ihre Eltern, die zunächst hinter den Forderungen der Pädagogen standen. „Es ist nicht fair, dass wir darunter leiden, wenn sich Politiker und Lehrer streiten“, sagte ein OHG-Schüler vor der Abfahrt zur Demo.  

Auch die gewählte Vertretung der THG-Schüler bedauert den Klassenfahrtenboykott. Sie äußert in einer Stellungnahme zur Demonstration am Mittwoch aber Verständnis für die Anliegen der Lehrer. Einen Schülerstreik inklusive Demo lehnen sie ab, weil er sich gegen die Lehrer und nicht gegen die Landesregierung als Auslöser des Streits richte. Besser wäre eine „diplomatische Auseinandersetzung“ mit der Landesregierung und Landtagsabgeordneten. Die Schüler des Eichsfeld-Gymnasiums solidarisieren sich in erster Linie mit dem Protest der Lehrer gegen Mehrbelastungen. Die Demo am Mittwoch stärke im „Prinzip die Position der Landesregierung“, erklärte eine Schülersprecherin.

Schulgesetz

Dürfen Schüler während der Unterrichtszeit streiken und demonstrieren? Das Landesschulgesetz bleibt zu dieser Frage schwammig: „Grundsätzlich“ rechtfertige die Teilnahme an Demonstrationen nicht, dass Schüler vom Unterricht fern bleiben. Andernfalls ist nach Angaben des Kultusministeriums eine kurzzeitige Beurlaubung auf Antrag der Eltern als Ausnahme möglich – erst Recht, wenn die Aktion dem Bildungsauftrag dient, zu dem auch Demokratieverständnis gehört. Über die Ausnahme entscheiden die Schulleiter. Wird vorab kein Urlaubsantrag gestellt oder wird dieser abgelehnt, fehlt der Schüler unentschuldigt und bekommt einen entsprechenden Eintrag ins Klassenbuch, wenn er demonstrieren geht.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016