Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Göttingen: Der Weihnachtsmann kommt bestimmt – sogar auf Bestellung

Nicht weinen! Göttingen: Der Weihnachtsmann kommt bestimmt – sogar auf Bestellung

Das älteste Kind, das noch an ihn geglaubt hat, war acht Jahre alt. Das ist Klaus  Nordpols* persönlicher Rekord in 30 Jahren als Weihnachtsmann für die Göttinger Agentur für Arbeit. Und es ist der Beweis, dass er seinen Job verdammt gut macht.

Voriger Artikel
Rattengift-Unfall auf der A7 bei Göttingen: Arbeiten gehen weiter
Nächster Artikel
Neubau des Festen Hauses auf dem Leineberg im Zeit- und Kostenrahmen

Auf dem Weg: Der Weihnachtsmann wurde schon am Göttinger Hauptbahnhof gesichtet.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das freut ihn, denn Nordpol stößt bei seiner Arbeit zuweilen auch auf kindliche Skepsis – milde ausgedrückt. „An einem Weihnachtstag haben einmal neun von zehn Kindern geweint, als sie mich gesehen haben.“

Der Weihnachtsmann scheint für die Jüngsten ein machtvoller Mythos zu sein, „beängstigend und beeindruckend zugleich“. Damit es möglichst nicht zu Tränen unterm Christbaum kommt, führt er vor jedem Besuch lange Gespräche mit den Eltern. So bringt er als Weihnachtsmann Wissen über Familie und Freunde mit, das ein Normalsterblicher niemals haben könnte.

Davon erzählt auch Stefanie Bähr, deren Familie heute zum dritten Mal von ihm besucht wird. „Es geht ihm um die Stimmung, die bei der Bescherung entsteht. Das Besondere an ihm ist, wie ernst er seine Rolle nimmt.“ Und das wisse insbesondere ihre kleine Tochter zu schätzen.

Manches Mal bitten ihn Eltern auch, ihren erzieherischen Maßnahmen zu mehr Erfolg zu verhelfen. Wenn der Weihnachtsmann beispielsweise höchstselbst eine Zahnbürste vorbeibringt, kann die ja gar nicht so verkehrt sein. Oder? „Das sind Ideen, die kommen halt über die Jahre“, sagt der Profi. Hauptsächlich gehe es aber darum, die Kinder selbst die Situation gestalten zu lassen.

„Man darf das Ganze nicht zu ernst nehmen“

Damit die keinen Verdacht schöpfen, wer da wirklich unter der roten Kutte steckt, muss Nordpol auf Kleinigkeiten achten. „Kinder fallen Details wie eine Armbanduhr oder falsche Schuhe sofort auf.“ Ältere Geschwister über der magischen Weihnachtsmann-Grenze seien dagegen kein Problem: „So wie sie einmal angeschwindelt wurden, schwindeln sie jetzt ihre Geschwister an“, erzählt Nordpol lachend.

Die „magische Weihnachtsmann-Grenze“ deckt sich übrigens mit der Phase in der kindlichen Entwicklung, in der die Kleinen lernen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Das geschieht in der Regel mit fünf oder sechs Jahren und bedeutet für Nordpol, dass sie  ihn nicht einfach als persönlichen Gabenbringer wahrnehmen – sondern als Menschen begreifen. Insofern hilft der Weihnachtsmann sogar ein Stückchen beim Erwachsenwerden.

Auch deshalb mag Nordpol seinen Job. Und auch, weil ihm viele Familien sehr dankbar sind und ihn jedes Jahr wieder bestellen – manchen ist es dabei auch völlig egal, dass das jüngste Kind mittlerweile kurz vor dem Abitur steht. Nordpol schmunzelt wieder. „Man darf das Ganze nicht zu ernst nehmen.“ In diesem Sinne: Frohe Weihnachten.
*Name von der Redaktion geändert

Von Jonas Rohde

Bescherung auf Bestellung

Die Weihnachtsmannvermittlung ist ein besonderes Angebot der Göttinger Arbeitsagentur. Bereits seit mehr als 40 Jahren können hier Weihnachtsmänner bestellt werden – nicht nur für die persönliche Bescherung in der Familie, sondern beispielsweise auch für Weihnachtsfeiern oder andere Veranstaltungen.

Am heutigen Heiligabend widmen sich die Weihnachtsmänner allerdings allein den Bescherungen für Familien. Neun Gabenbringer sind dafür in Göttingen und der Region unterwegs. Mit jedem Besuch verdienen sie je nach Anfahrtsweg zwischen 30 und 35 Euro. Auch im kommenden Jahr sollen Weihnachtsmänner  vermittelt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis