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Ehrliche Finderin gibt 10.000 Euro zurück

Veronica Brieke findet Geld auf der Theaterstraße Ehrliche Finderin gibt 10.000 Euro zurück

10.000 Euro hat Veronica Brieke, die Chefin des Göttinger Ratskellers, in Göttingen auf der Straße gefunden. Das Geld übergab sie umgehend der Polizei. Diese spricht von einem „außergewöhnlichen“ Fall.

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"Das kannst du nicht behalten": Veronica Brieke hat 10.000 Euro gefunden und zurückgegeben.

Quelle: r

Göttingen. Die Geschichte beginnt am Mittwochmittag. Brieke geht über die Theaterstraße und entdeckt eine Klarsichthülle auf dem Boden. „Nicht, dass darauf jemand ausrutscht“, denkt sie und will die Hülle aufheben. Dabei fällt ihr ein völlig durchnässter Briefumschlag auf. Den steckt sie, sehr in Eile, wie sie sagt, ein, und legt ihn zu Hause erst mal zum Trocknen auf die Heizung.

Erst abends, nach einem anstrengenden Arbeitstag, fällt ihr der Umschlag wieder ein. „Den hatte ich fast vergessen“, erzählt sie. Was sie dann findet, verschlägt ihr die Sprache. „10.000 Euro steckten in dem Umschlag. Ich habe eine sehr unruhige Nacht gehabt“, sagt Brieke. Schnell ist für sie klar: „Das kannst du nicht behalten.“

Am Donnerstagmorgen meldet sie ihren Fund beim Fundbüro der Stadt Göttingen. „Die haben gesagt, ich solle das Geld vorbei bringen“, sagt Brieke. „Aber ich wollte nicht mit so viel Geld durch die Stadt laufen.“ Also ruft sie die Polizei an. Und die schickt auch gleich zwei Beamte zu ihr in den Ratskeller. „Die fanden das ganz toll und waren ganz erstaunt“, sagt Brieke.

Das bestätigt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. „Eine ganz tolle Geschichte. Die Frau hat sich wirklich vorbildlich verhalten“, sagt sie. Denn meist würden Menschen schon viel kleinere Beträge, die sie finden, nicht zurückgeben.

Ohnehin sei der Fall „außergewöhnlich“, sagt Kaatz. „Es ist sehr ungewöhnlich, dass jemand eine solch große Summe verliert.“ In diesem Fall war dies einem 55-jährigen Mann aus Bovenden aber tatsächlich passiert, wie die Polizei schnell ermittelte.

Der Mann hatte das Geld demnach am Mittwoch bei der Bank abgehoben, um einen größeren Kauf zu tätigen. Das Geld steckte er in einen Umschlag. „Als er es in die Jackentasche stecken wollte, muss es ihm vorbeigerutscht sein“, vermutet Kaatz.

Jedenfalls stellte der 55-Jährige wenig später fest, dass der Umschlag verschwunden war. Fieberhaft suchte er daraufhin das Umfeld der Bank ab, fragte im Geldinstitut nach – doch das Geld blieb verschwunden. Also erstattete er Strafanzeige bei der Polizei. Deswegen klärte sich der Fall dann auch schnell auf, sagt Kaatz. „Er ist zweifelsfrei der rechtmäßige Besitzer des Geldes.“ Darauf deute nicht nur seine Anzeige hin, er habe auch einen Auszahlungsbeleg von  der Bank vorlegen können.

Die ehrliche Finderin Brieke hat derweil einen Antrag auf Finderlohn gestellt. „Der steht ihr ja auch zu“, sagt Kaatz. Schließlich habe sich Brieke „ehrenwert“ verhalten.

Der Finderlohn ist im Bürgerlichen Gesetzbuch, Paragraf 971, klar geregelt. Demnach kann der Finder vom Empfangsberechtigten einen Finderlohn verlangen. Bei Beträgen von weniger als 500 Euro hat der Finder Anspruch auf fünf Prozent der Summe. Bei Beträgen von mehr als 500 Euro auf drei Prozent. Macht im Fall von Brieke laut Polizeisprecherin Jasmin Kaatz 310 Euro: fünf Prozent von 500 Euro (25 Euro) plus drei Prozent von 9500 Euro (285 Euro). Der Anspruch auf Finderlohn ist ausgeschlossen, wenn der Finder die Anzeigepflicht verletzt oder den Fund auf Nachfrage verheimlicht.

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