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"Damals fand ich meine Rolle schön"

Filmstar Nadja Tiller zu Gast im Weender Krankenhaus "Damals fand ich meine Rolle schön"

Ein Hauch von Kino-Glamour im Weender Krankenhaus: Am Freitagabend war Nadja Tiller, gefeierter Filmstar der 1950-er und 60er Jahre, zu Gast. Vor rund 200 Gäste zeigten Wolf-Dieter Bleyer, Norbert Esemann und Kurt Klinge den lange verschollenen Tiller-Film "Die Botschafterin".

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"Meine Erinnerungen an Göttingen sind vage, aber schön", sagt Schauspielerin Nadja Tiller (Mitte)

Quelle: CH

Göttingen. Meine Erinnerungen an Göttingen sind vage, aber schön", sagt die heute 87-jährige Tiller. Die Aura der Diva haftet auch heute noch ein wenig an der Schauspielerin, die sich erst in diesem Jahr endgültig von der Bühne verabschiedet hat.

Früher, als Göttingen mit der Film-Aufbau GmbH Nabel der deutschen Filmproduktion war, sei sie Stammgast in Göttingen gewesen. "Sehr professionell und eine angenehme Atmosphäre", erinnert sich Tiller. Und besonders wegen eines Filmes, den sie 1954 hier drehte, ist ihr Göttingen bestens in Erinnerung geblieben. ",Sie' war der erste Film, den ich mit meinem späteren Mann Walter Giller gemacht habe." Bis zu seinem Tod 2011 war sie mit ihm verheiratet.

Vor zwei Jahren hat Bleyer, Sammler von Filmen des Göttinger Filmaufbau und Mitarbeiter im Weender Krankenhaus, den Filmaufbau-Film "Die Botschafterin", der seit 1965 nicht mehr öffentlich gezeigt wurde, in München bei einem Privatmann aufgetrieben und anschließend die stark beschädigte Kopie restaurieren lassen. In dem Film spielt Tiller die ehrgeizige Reporterin Helen Cuttler. In weiteren Rollen sind etwa Hansjörg Felmy, Günther Schramm oder Eva Pflug zu sehen. Regie führte Harald Braun.

"Damals fand ich meine Rolle sehr schön", sagt Tiller. Und dennoch: In ihrem Gesamtwerk habe er keine "wesentliche Bedeutung", sagt sie, die zwei Jahre zuvor mit "Das Mädchen Rosemarie" deutsche Filmgeschichte geschrieben hatte. "„In der Mischung von Ernsthaftigkeit des Vorwurfs und besserer Kolportage ausgesprochen widerwärtig", urteilte die schweizerische Weltwoche damals über "Die Botschafterin".

Für Bleyer spielt das keine Rolle. Er entdecke immer wieder neue Details in dem Film. Und es geht um die Sammelleidenschaft: Von den 111 Filmen der Filmaufbau fehlen ihm noch sechs.

Bleyers Engagement und das seiner Mitstreiter, im Krankenhaus Filme hauptsächlich für Patienten zu zeigen, findet Tiller "großartig". Das sei auch der Grund gewesen, weshalb sie zugesagt hatte, nach Göttingen zu kommen. "So etwas habe ich noch nie gemacht."

Während der Vorführung schaut Tiller gebannt auf die Leinwand - ganz so als würden die Erinnerungen an ihre Glanzzeit zurückkehren. Mit ihr im Publikum sitzt Hannelore Drinkmann aus Kassel. 1942 haben sich Tiller und Drinkmann als 13-Jährige in Danzig kennengelernt. Der Kontakt besteht bis heute. Und die Chance, die gute Freundin zu sehen, hat Drinkmann genutzt. "Wir werden ja auch nicht jünger", sagt sie und lacht.

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