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Göttingen: Konsequenzen nach Hilferuf aus Altersheim

"Vermutete Arbeitsüberlastung bestätigt" Göttingen: Konsequenzen nach Hilferuf aus Altersheim

Nach der anlassbezogenen Überprüfung des Alten- und Pflegeheimes von Pro Seniore am Posthof hat die Heimaufsicht der Stadt erste Konsequenzen gezogen: Sie fordert eine "klare Trennung" des Personals für das Pflegeheim und das angeschlossene Wohnheim für psychisch Kranke.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Anlass für die zweitägige Überprüfung vergangene Woche war eine Art Hilferuf des Personals. In einem Schreiben an die Heimaufsicht hatten Mitarbeiter ihre Situation geschildert, und die Überprüfung habe diese "vermutete Arbeitsüberlastung bestätigt". Eine "Gefährdungslage für die Bewohner, die Sofortmaßnahmen zur Folge gehabt hätte, konnte an den Prüfungstagen nicht festgestellt werden", bestätigt ein Sprecher der Stadtverwaltung Angaben des Betreibers gegenüber dieser Zeitung.

Das Heim an der Groner Landstraße war am Donnerstag und Freitag von der städtischen und von der Heimaufsicht des Landesamtes für Soziales überprüft worden. Mit dabei die Gewerbeaufsicht, die Berufsgenossenschaft für den  Gesundheitsdienst und der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Niedersachsen. Zu den Ergebnissen heißt es von der Stadt, noch liege keine abschließende Bewertung vor. Wegen der Vermischung der Dienstpläne von Seniorenpflege und Wohnheim sei noch nicht ermittelt, ob der Personaleinsatz angemessen ist und die Fachkräftequote eingehalten wurde. Konsequenzen würden nach Vorliegen des schriftlichen Abschlussberichtes gezogen. Die beteiligten Prüfinstanzen würden jeweils schriftliche Mängelberichte abgeben. Die Leitung der Einrichtung habe sich während der Prüfung kooperativ gezeigt. Derartige anlassbezogene Prüfungen durch die Heimaufsicht gebe es bis zu zehn Mal im Jahr in den 15 vollstationären und zwei Tages-Einrichtungen im Stadtgebiet.

Für  Insider kam die Kotrolle am Posthof nicht überraschend. Das Tageblatt hat mehrere Schilderungen von ehemaligen Mitarbeitern und Betreuern dort Untergebrachter erhalten, in denen "Personalmangel seit mehreren Jahren" geschildert wird. Nur zwei Pflegekräfte für 40 Bewohner, darunter Demenzkranke, seien keine Seltenheit. Schüler würden regelmäßig als volle Kraft arbeiten, individuelle Pflege sei gar nicht zu leisten. Dass es gerade die Mitarbeiter waren, die letztlich die Heimaufsicht zu Hilfe riefen, wundert besonders die ausgeschiedenen Kollegen nicht.

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