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Akzeptanz für Vorsichtsmaßnahmen

Landkreise in der Region schreiben Geflügelpest-Sicherheitsmaßnahmen vor Akzeptanz für Vorsichtsmaßnahmen

Nachdem der erste Fall von Geflügelpest bei einer Wildente in Peine festgestellt worden ist, haben einige Landkreise und kreisfreie Städte in Niedersachsen Aufstallungsverfügungen erlassen und weitere Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Wie gehen die Geflügelhalter in der Region damit um?

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Göttingen. Für den Landkreis Göttingen besteht bisher noch keine Stallpflicht, auch wenn es Pläne des Bundes für eine bundesweite Stallpflicht gibt. Im Landkreis gibt es 1 503 Geflügelhaltungsbetriebe mit insgesamt 138 128 Tieren. Auch Taubenhalter fallen unter die Geflügelhalter, teilte der Landkreis Göttingen mit. Sogenannte „Biosicherheitsmaßnahmen“ gemäß Geflügelpestverordnung seien unbedingt zu beachten. Geflügelhalter müssen dafür sorgen, dass Futter sowie Futterplätze, Einstreu, Wasser und alle sonstige Gegenstände, mit denen ihre Tiere in Kontakt kommen, nicht für Wildvögel zugänglich sind. Außerdem sind eine Buchführung über Ein-und Ausstallung und minimaler Personenkontakt mit dem Geflügel, den Ausläufen und Ställen vorgeschrieben.

Im Landkreis Göttingen gilt bereits ein Verbot für alle Geflügelschauen und ähnliche Veranstaltungen bis einschließlich 31. Januar, teilt der Landkreis Göttingen mit. „Wir in Göttingen haben, was das angeht, richtig Glück gehabt“, sagt Siegfried Machemehl, Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins (RGZV) Göttingen-Grone. Einmal im Jahr richtet sein Verein eine Geflügelschau am letzten Oktober-Wochenende aus. Für die anderen Vereine, deren Ausstellungen noch im Verbots-Zeitraum bevorstehen, sei der Erlass „überhaupt nicht gut“. Der Harster hat etwa 20 Zwerghühner der seltenen Rasse Zwergbrakel. Im Fall einer vorsorglichen Tötung von Geflügel seien vor allem die Kleinbetriebe und die Rassezuchtvereine, deren jahrelange Zucht „von einem Tag auf den anderen zerstört wird“, die Leidtragenden.

Eine Stallpflicht wäre für ihn kein großes Problem, ist er sich sicher. Sie sei aber ein Problem für Gänse und Enten, die „viel Bewegungsfreiheit und Wasser zum Schnattern brauchen“. Auch der Landkreis Northeim verzichtet vorerst auf eine Stallpflicht und schreibt ähnliche Sicherheitsmaßnahmen wie der Landkreis Göttingen vor. Heike Korengel hält auf ihrem Hof in Hardegsen Gänse und Enten. Die Vorsichtsmaßnahmen seien für sie verständlich. „Man muss den Experten vertrauen“, sagt sie. Eine Stallpflicht wäre „schade“ für ihre freilaufenden Tiere, denn „sie müssten ihr schönes, freies Leben aufgeben“.

„Es wäre schlimm, wenn wir unsere Tiere wegen der Geflügelpest keulen müssten, aber ich rechne nicht damit“, sagt Korengel und ergänzt: „Ich sehe die ganze Situation nicht negativ. Mit den Vorsichtsmaßnahmen können wir gut leben.“

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