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Frauen-Notruf fordert mehr Förderung

Einrichtung weist auf Mehrarbeit und steigende Kosten hin Frauen-Notruf fordert mehr Förderung

Der Göttinger Frauen-Notruf weist auf eine steigende Zahl von Hilfesuchenden nach einer Gewalterfahrung hin. „In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Menschen, die bei uns Hilfe nach Vergewaltigungen, sexuellem Missbrauch oder Misshandlungen gesucht haben, verdoppelt“, so Ulrike Brockhaus in einer Mitteilung.

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Quelle: dpa

Göttingen. Das bedeute nicht, dass es heute mehr Gewalt gebe. „Uns gelingt es einfach immer besser, die Menschen zu erreichen“, erklärt Brockhaus. Auch die Nachfragen nach Schulungen, nach der Begleitung von Einrichtungen bei der Entwicklung von Schutzkonzepten oder zur präventiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen seien erheblich gestiegen. „Die zahlreichen Missbrauchsfälle, die in Internaten oder der Kirche öffentlich geworden sind, die Behindertenkonvention oder die vielen Flüchtlinge – solche gesellschaftlichen Entwicklungen haben direkt Auswirkungen auf unsere Arbeit", so die Psychologin weiter.

Problematisch sei jedoch, dass das Personal seit Langem nicht mehr ausreiche, um die Arbeit zu bewältigen. Der Frauen-Notruf habe beispielsweise die telefonischen Sprechzeiten erheblich einschränken müssen und könne den von Gewalt betroffenen Frauen nicht mehr so vielfältige und umfassende Hilfe anbieten.

Hintergrund der prekären Personalsituation seien die großen Löcher, die in der Finanzierung des Frauen-Notrufs klafften. Seit 2006 hätten sich die Kosten mehr als verdoppelt, die öffentlichen Zuschüsse seien weit weniger gestiegen.

Große Hoffnungen auf finanzielle Erleichterungen hätten die Mitarbeiterinnen der Einrichtung auf die neue Förderrichtlinie des Landes gesetzt. Doch nach den bisherigen Plänen würden die Zuschüsse nur so moderat erhöht, dass damit noch nicht einmal die Tariferhöhungen der vergangenen Jahre aufgefangen würden. Kapazitäten für zusätzliche Arbeit seien damit ohnehin nicht möglich. „Wenn die öffentlichen Zuschüsse nicht endlich deutlich erhöht und den jährlichen Kostensteigerungen angepasst werden, werden wir unsere Angebote künftig weiter einschränken müssen“, mahnt Brockhaus. „Vor allem Phoenix, unsere Beratungsstelle speziell für Kinder und Jugendliche, wird, wenn nichts geschieht, ab 2018 kaum mehr arbeitsfähig sein.“

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