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Goldener Glanz auf dem Alten Rathaus

Neue Wetterfahne Goldener Glanz auf dem Alten Rathaus

Das Alte Rathaus erstrahlt in neuem Glanz - zumindest an der Spitze. Als einer der letzten Schritte des ersten Teils der Sanierungen an dem 1270 erbauten Gebäude wurde am Montag die Turmspitze bekrönt. Das Aufsetzen der vergoldeten Wetterfahne verlief trotz Wind in rund 30 Metern Höhe planmäßig.

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Anbringen der restaurierten Wetterfahne bildet den Abschluss der ersten Phase der Bauarbeiten am Alten Rathaus

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. In der Halle des Alten Rathauses am Markt herrscht gespannte Erwartung. Noch ist das Neue Zierstück für den Turm des Rathauses verhüllt. Nachdem Dachdeckermeister Manfred Nienstedt und Stadtbaurat Thomas Dienberg gemeinsam mit den beteiligten Handwerkern die vergoldete Wetterfahne enthüllt haben, erstrahlt der vergoldete Löwe im Blitzlicht der Fotografen.

Vorab sagte Dienberg einige Worte zum Anlass des Tages. Das Rathaus blicke auf eine lange Geschichte zurück: Erbaut 1270 habe es schon einige Restaurierungen und Baumaßnahmen erlebt. Eine Bekrönung auf der Turmspitze gehöre seit jeher dazu. Schon auf einem Gemälde aus dem Jahr 1641, welches die Belagerung Göttingens zeigt, sei eine Wetterfahne mit einem steigenden Löwen zu erkennen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Dies sei der älteste eindeutige Beleg für die Wetterfahne.

Der steigende Löwe, der sich auch im Göttinger Stadtwappen wiederfindet, hat indes bis heute überdauert. Seinen Ursprung hat er im Wappen der welfischen Herzöge. Unterhalb des Löwen ist eine ebenfalls vergoldete Kugel angebracht. Darin fanden sich früher, ähnlich eines Grundsteins, Dokumente über den Bau.

Bekrönt wurden Gebäude, die "ein bisschen was hermachen", erläutert Dienberg die Bedeutung des Dachschmuckes. "In der Halle wurde Handel abgehalten", verdeutlicht er die Rolle des Alten Rathauses für Göttingen schon im Mittelalter.

Zuletzt sei die Bekrönung des Turmes 1957 restauriert worden. Wie Bilder von den jüngsten Arbeiten und der Restaurierung zeigen, war durch Wind und Wetter nicht viel vom alten Glanz geblieben. Eine umfangreiche Restaurierung der gesamten Bekrönung mit abschließender Vergoldung mit Blattgold stellte ihn nun wieder her.

"Nach einem Dreivierteljahr sind die Arbeiten am ersten Abschnitt nun abgeschlossen", sagt Dachdeckermeister Manfred Nienstedt, der mit seiner Firma maßgeblich an den Arbeiten beteiligt war. Bei vergangenen Arbeiten sei weniger Wert auf Denkmalpflege gelegt worden, so Nienstedt. Daher werde nun besonderer Wert auf diesen Aspekt gelegt. Während der Bauarbeiten seien weitere Mängel aufgetaucht, die die Bauzeit noch einmal verlängert hätten. Schwierig seien daneben vor allem die Arbeiten im Winter bei Wind und Sturm gewesen.

Besonderen Wert legten die Handwerker auch auf die Sicherheit des neuen Glanzstücks: Mehrere Lagen Watte, Folie und Stoff schützten das rund 15 Kilogramm schwere Stück auf dem Weg zu seinem Bestimmungsort in luftiger Höhe. Auf der unter zehn Personen leicht schwankenden Plattform auf dem Dach des Rathauses konnte das neue Schmuckstück dann auch endlich in der Sonne funkeln.

Endgültig abgeschlossen sollen die Arbeiten am ersten Bauabschnitt nach Angaben der Stadt im September sein. Eine Fortsetzung der Arbeiten sei ab 2019 geplant. Insgesamt liegen die Kosten für die Arbeiten am ersten Bauabschnitt nach Angaben von Dienberg bei rund 1,4 Millionen Euro. Die neue Bekrönung kostete rund 6000 Euro. "Gut investiertes Geld für das erste Haus am Platze", urteilte Dienberg am Montag mit Blick auf die Gesamtinvestitionen.

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