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Männergesangverein Liedertafel Bergeshöh sorgt sich um Mitglieder

Spagat zwischen Feuer und Asche Männergesangverein Liedertafel Bergeshöh sorgt sich um Mitglieder

Ein Weckruf des Männergesangvereins Liedertafel Bergeshöh schallt durch Nikolausberg. Die Vorstandsmitglieder sind geschlossen von ihren Ämtern zurückgetreten, leiten die Geschicke des Chores aber kommissarisch weiter. „Um die Mitglieder wachzurütteln. Um zu zeigen, dass es so nicht weiter“, sagt Thomas Wahle, Vorsitzender des Chores. Das Signal: So kann es mit dem 1879 gegründeten Gesangverein nicht weitergehen.

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Sänger bei der Probe mit Chorleiter Frank Bodemeyer.

Quelle: Richter

Nikolausberg. Das Problem: Sänger- und Mitgliederschwund und zunehmende Überalterung. Er skizziert: Waren 2003 noch 57 Sänger aktiv, sind es derzeit nur noch 36. Ein Rückgang von knapp 37 Prozent in zwölf Jahren. Auch die Zahl der Fördermitglieder sank von 258 in 2003 um knapp 26 Prozent auf aktuell 192. 54 Prozent der Sänger sind älter als 70 Jahre. „Ein Jugendchor ist das aber noch nie gewesen“, kommentiert einer.

Mit 48 Jahre ist Marc Weber derzeit der Jüngste. Vor allem die „hohe Professionalität“ der Liedertafel habe ihn zum Mitsingen gebracht. Weber ist überzeugt, dass die Lust am Singen und Gesang weit verbreitet ist. „Deutschland sucht den Superstar“ oder der Erfolg von Paul Potts zeigten das.

Einen Schritt ist Wahle mit seinen Mitstreitern schon gegangen. Sie haben das Repertoire angepasst und modernere Stücke etwa von Udo Jürgens, Peter Maffay, Reinhard May oder den Wise Guys aufgenommen. Die alten Stücke sollen aber Teil des Programms bleiben, sagt Wahle und zitiert den Komponisten Gustav Mahler: „Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche.“ Und Chorleiter Frank Bodemeyer ergänzt: „Man kann das eine tun, und das andere nicht lassen.“ Er rät zu einem breiten Repertoire.

Nun soll bei einer Zukunftsrunde der künftige Kurs des Chores diskutiert werden. Das erste Treffen ist am Freitag, 6. März, um 17.30 Uhr im Klosterkrug, Kalklage 2, geplant. Anregungen, Ideen von Vereinsmitglieder und Interessierten, wie der Verein sich neu aufstellen kann, sollen dort gesammelt werden. „Da kann es auch schon ans Eingemachte gehen“, sagt Wahle. Vielleicht, so überlegt er bereits laut, ist auch der Name Liedertafel Bergeshöh nicht mehr zeitgemäß. Der nächste Auftritt ist aber schon geplant: Im ersten Halbjahr soll das „Ohrwurm-Konzert“ stattfinden. Die Liedertafel Bergeshöh steht mit ihrem Nachwuchsproblem nicht alleine da: „Alle Vereine haben zu kämpfen“, sagt Wahle.

Denn den Gang, den die Nikolausberger Männer vermeiden wollen, ist der Männergesangverein in Herberhausen bereits gegangen. Mit nur noch zehn verbliebenen Sängern hat der Verein das Singen längst aufgegeben. Das Durchschnittsalter liege über 70 Jahren, sagt der Vorsitzende Karl-Heinz Bleyer. Viele Mitglieder seien längst gestorben, Sängernachwuchs ist nicht in Sicht. Auch Flyer und andere Werbung habe nicht geholfen. „In Herberhausen gibt es offenbar kein Interesse“, sagt Bleyer. Dennoch hege er die stille Hoffnung, dass es mit dem Verein irgendwann wieder aufwärts geht.

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