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Prozess gegen 64-Jährigen geht ohne Urteil zu Ende

Amtsgericht Göttingen Prozess gegen 64-Jährigen geht ohne Urteil zu Ende

Der Prozess gegen einen schwerkranken 64-jährigen Radfahrer wegen einer angeblichen Attacke auf Polizeibeamte zwischen Göttingen und Rosdorf ist ohne Urteil zu Ende gegangen. Gegen die Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 200 Euro stellte das Amtsgericht das Verfahren ein.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Einer der betroffenen Polizeibeamten sagte aus, dass eigentlich nichts geschehen sei, wenn sich der 64-Jährige einsichtig gezeigt hätte, als der Mann wegen möglicher Trunkenheit auf dem Fahrrad kontrolliert werden sollte. Außerdem sei es höchstens ein versuchter Tritt gewesen, der nicht gefährlich gewesen sei.

Weiterhin legte der Angeklagte ein Attest vor, demzufolge er im November 2013 einen Knöchelbruch erlitten habe, der mit einer Schiene fixiert werden musste. Mit einem Tritt knapp zwei Monate später, hätte er sich selbst stark gefährdet.
Nachdem das Amtsgericht zunächst eine Einstellung ohne Geldbuße vorgeschlagen hatte, die Staatsanwältin dem jedoch nicht folgen wollte, kam es dennoch zu einer Einigung – auch, weil der Angeklagte schließlich einräumte, sich möglicherweise falsch verhalten zu haben. 200 Euro muss der Mann nun zahlen.

Nach wie vor verärgert ist Christa Fehrensen als Anwältin des 64-Jährigen darüber, dass dessen Strafanzeige gegen einen der Polizisten sang- und klanglos eingestellt wurde, ohne dass der Anzeigeerstatter etwas davon erfuhr. Einen Einstellungsbescheid hat der Mann nie erhalten. Wie sich erst aus den angeforderten Akten ergab, sei die Staatsanwaltschaft zu der Erkenntnis gelangt, die Bemerkung des Angeklagten, er wolle „daraus kein großes Ding machen“. Das wurde so gedeutet, dass der Mann an einer Strafverfolgung kein Interesse mehr habe.

In jedem Fall, so Fehrensen, habe ihr Mandant einen Anspruch auf einen Einstellungsbescheid gehabt. Der 64-Jährige erklärte im Gerichtssaal, einer solchen Einstellung hätte er auf jeden Fall widersprochen. Fehrensen: „Das ist ganz geschickt gedreht worden, damit mein Mandant bloß nichts davon erfährt.“

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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