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Göttingen: Prozess um Kündigung bei Asklepios endet mit Vergleich

Finanzbuchhalter rausgeschmissen Göttingen: Prozess um Kündigung bei Asklepios endet mit Vergleich

Weil er vor seinem Arbeitgeber wichtige Computerdaten versteckt haben soll, hat die Asklepios-Klinik ihrem langjährigen Finanzbuchhalter erst fristlos, dann fristgerecht gekündigt. Jetzt landete der Fall vor dem Göttinger Arbeitsgericht.

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Den gestörten Arbeitsfrieden in der Buchhaltung der Göttinger Asklepios-Klinik beendete jetzt das Arbeitsgericht.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Der Vorwurf: Der Finanzbuchhalter soll im August zentrale Dateien für das Finanzwesen des Hauses in seinen Privatrechner übertragen und so für seinen Arbeitgeber unzugänglich gemacht haben. Gleich danach sei er in Urlaub gefahren. Vor Gericht lieferte Asklepios das Motiv gleich mit: Der Angestellte habe die Daten aus Rache gelöscht, weil er bei einer Beförderung übergangen worden sei.

Der Betroffene stellte das im Gerichtssaal anders dar: Zwar habe er den dann zur Beförderung Auserwählten für ungeeignet gehalten, aber deswegen keinen digitalen Rachefeldzug begonnen. Die strittigen Daten seien für seinen Arbeitgeber jederzeit abrufbar gewesen. Auch der Kläger stellte Vermutungen über den Hintergrund seines Rauswurfs an: Er hatte gegenüber anderen die Bevorzugung seines Konkurrenten damit erklärt, dass dieser mit einer Asklepios-Führungskraft eine Affäre begonnen habe. In Sachen Finanzbuchhaltung hingegen habe der Mann „von Tuten und Blasen keine Ahnung“ gehabt.

Das Gericht sah sich einer komplizierten Lage gegenüber: Zum einen blieb strittig, ob die Daten für den Arbeitgeber tatsächlich unzugänglich geblieben seien, zum anderen blieb unklar, ob der Betriebsrat ausreichend und mit zutreffenden Sachverhaltsschilderungen in den Kündigungsprozess eingebunden worden war. Obwohl sich die Fronten seit dem strittigen Vorfall im Herbst 2014 verhärtet hatten, ließen sich die beiden Parteien schließlich auf einen Vergleich ein, den sie vorher beide abgelehnt hatten. Nach Erörterung der Rechtslage schlug das Gericht die Annahme der fristgerechten Kündigung zum Jahresende 2014 einschließlich einer Abfindung für den Kläger vor. Das fand am Ende die Zustimmung beider Seiten. Eine neue Anstellung hat der Kläger bis heute allerdings immer noch nicht, hatte er vor Gericht erklärt.

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Von Redakteur Matthias Heinzel

Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016