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"Da bebt sogar die Erde"

Türöffner-Tag in der historischen Erdbebenwarte "Da bebt sogar die Erde"

Volles Haus bei der historischen Erdbebenwarte: Die ehemalige Forschungsstätte im Göttinger Wald war einer von 646 Orten, an denen es zum bundesweiten Türöffner-Tag etwas zu entdecken gab.

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Maus-Moderator Christoph und die Besucher warten auf den Fall der Kugel.

Quelle: R

Göttingen. "Ist das sehr laut?", fragte Hannah. "Das ist nicht nur sehr laut, dabei bebt sogar die Erde", erklärte Wolfgang Brunk, Vorsitzender des Vereins Wiechert'sche Erdbebenwarte, der die Anlage seit 2005 hegt und pflegt. Brunk demonstrierte, wie damals, vor mehr als 100 Jahren, der Geophysiker Ludger Mintrop im Göttinger Wald mit einer vier Tonnen schweren Kugel aus Krupp-Stahl künstliche Erdbeben erzeugte. Aus 15 Meter Höhe ließ Brunk die Kugel in den metertiefen Krater krachen. Für Sekundenbruchteile bebte der Waldboden. "Im Lauf der Jahre haben wir 50 Tonnen Basalt in die Grube gebracht, um sie wieder aufzufüllen. Keine Ahnung, wohin der verschwindet. In Australien wächst vermutlich längst der Mount Mintrop", sagte Brunk.

Mit seiner Methode, seinen Forschungen und Berechnungen gelang es Mintrop, der zunächst in Amerika wegen seiner Methoden als der "verrückte Deutsche" galt, in den USA große Erdölfelder zu entdecken. "Eine Lizenz zum Gelddrucken", sagte Brunk. Noch heute werde Mintrops Prinzip bei der Ortung von Lagerstätten angewendet.

Nicht nur die zahlreichen Kinder und ihre Eltern - mehr als 300 Anmeldung gingen beim Verein zum Türöffner-Tag ein - waren begeistert von den eindrucksvollen, wenn auch kurzen Vorführungen. Auch Christoph, einer der Moderatoren der Sendung mit der Maus, zeigte sich beeindruckt. Der besuchte - stilecht in grünem Sweatshirt - am späten Nachmittag die Erdbebenwarte. Schnell war er umlagert von seinen jungen Fans, die gut vorbereitet waren. So hatten sie Mauspuppen oder selbst gemalte Mäuse dabei.

Außer den künstlichen Erdbeben zur vollen Stunden erklärten Vereinsmitglieder alles rund um die Erdbebenforschung. Dicht belagert war etwa das Alte Erdbebenhaus. Dort stehen die immer noch funktionsfähigen Seismographen, die 1902 in Betrieb genommen worden sind. Mit feinen Nadeln ritzen sie die Erdbebenwellen in Rußpapier. Auch wie dieses hergestellt wird, gab es am Montag zu sehen.

"Eigentlich ganz schön schlau", urteilte der achtjährige Finn über die Forschung und Technik der Göttinger Erdbebenpioniere. "Und wichtig." Vielleicht ließen sich damit Erdbeben besser vorhersagen, sagte er.

2011 hatte die Sendung mit der Maus vom WDR den Türöffner-Tag ins Leben gerufen. Am Sonntag, 9. Oktober, zeigt Die Sendung mit der Maus einen Rückblick auf den Türöffner-Tag - im Ersten ab 10.30 Uhr, auf Kika ab 11.30 Uhr.

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Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016