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Göttingen: Zwei Laubenbrände in zehn Stunden

Kleingartenanlage am Leineberg Göttingen: Zwei Laubenbrände in zehn Stunden

Zweimal innerhalb von nur zehn Stunden hat es in der Kleingartenanlage Leineberg am Lütjen Feldsweg gebrannt. Schaden in Höhe von rund 15 000 Euro ist nach Polizeiangaben dabei entstanden. War die enge zeitliche Folge nur ein Zufall oder hat es ein Brandstifter auf die Kolonie abgesehen?

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Quelle: Wenzel

Grone. Gerhard Krummacker ist geschockt. Der ehemalige Vorsitzende des Kleingartenvereins steht vor seiner durch Feuer schwer beschädigten Laube. Verschmorte Wasserkisten, schwarze, undefinierbare Klumpen geschmolzenen Kunststoffs und Ruß quellen aus der geöffneten Stahltür.

Die Gasflasche in dem Seitenraum der stabilen Laube hat die Flammen überstanden, ist nicht explodiert, nun aber unbrauchbar. Anrühren dürfen die Krummackers den Wust verschmorter Gartenutensilien nicht. Die Kripo will noch kommen und nach der Brandursache suchen.

Die könnte auf dem Dach liegen. Dort soll der Brand begonnen haben, hat am Mittwochabend ein Feuerwehrmann gesagt. Immerhin war es am Mittwoch sehr heiß. Auf dem Dach liegen Solarelemente. Verkabelung führt ins Haus. Beides aber ist unbeschädigt.

Die Flammen züngelten zuerst an der Giebelfront. Das spräche für Brandstiftung. Ein Täter aber müsste schon extrem dreist gewesen sein. Gleich nebenan saßen Nachbarn in ihrem Garten, als am Mittwoch gegen 18.40 Uhr plötzlich Rauch aufstieg. Die Berufsfeuerwehr hatte schnell löschen können. Glück für Familie Ullmann.

Ihre Laube steht nur durch Zaun und Plattenweg getrennt gleich nebenan. Als vergangenes Jahr eingebrochen wurde, war der Dieb in beiden Lauben. Man sei zwar versichert, sagt Krummacker, aber meist bleibe hoher Schaden. Als Einbrecher die massive Hüttentür aufbrachen und Schaden von 1200 Euro anrichteten, zahlte die Versicherung gerade einmal 700 Euro.

Noch gar nicht beziffern kann Andrej Sippel seinen Schaden. Der aus Kasachstan stammende Deutsche hat seit 15 Jahren einen Garten 50 Meter weiter. Auch hier hat es gebrannt, glücklicherweise nur der Anbau und das Vordach. Gegen 4.15 Uhr wurde Alarm geschlagen. Außer der Berufswehr war auch die Groner Wehr gerufen worden, denn die 1960 gegründete Kolonie liegt - auch wenn sie Leineberg heißt - auf Groner Gebiet.

Bei Sippel sieht es noch schlimmer aus. Alle Holzanbauten sind runtergebrnnt, Tisch und Stühle nicht mehr erkennbar. Immerhin hat das Feuer nicht aufs Innere übergegriffen. Die Feuerwehr hat die Tür auftrennen müssen, um im Innern ein Weiterschwelen verhindern zu können. Seit 30 Jahren, sagt Krummacker, habe er seine Laube, nie habe es in der Anlage vorher gebrannt. Nun das.

Die Polizei registriert tatsächlich eine steigende Zahl von Laubenbränden in privaten Gärten und Kolonien. Allein im Stadtgebiet sind es 2016 bereits fünf, dazu ein Brand in Staufenberg, einer in Adelebsen. 2015 waren es im ganzen Kreisgebiet nur vier Laubenbrände.

In den aktuellen Fällen müsse die genaue Ursache erst ermittelt werden, sagt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Aber natürlich sei Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Zwei Brände in so kurzer Zeit - das sei doch genau aufzuklären. Deshalb wird unter Telefon 0551/4912115 um Hinweise gebeten.

© Wenzel

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